Nokia Growth Partners, SponsorPay, NGP, Finanzierungsrunde

Aller guten Dinge sind drei: Kein halbes Jahr nach der letzten Finanzierungsrunde im Oktober vergangenen Jahres konnte SponsorPay (www.sponsorpay.com), eine im April 2009 gegründete Plattform für Virtual-Currency-Monetization, erneut frisches Kapital aufnehmen. Die jüngste Finanzspritze kommt von Nokia Growth Partners, dem Venture-Capital-Fund des finnischen Telekommunikationkonzerns.

Nokia Growth Partners steigt bei SponsorPay ein

Nach Team Europe Ventures, Hasso Plattner Ventures und Kite Ventures, die in Runde eins beachtliche 3,8 Millionen Euro investiert hatten, und der Investitionsbank Berlin, die in Runde zwei ebenfalls mit einem siebenstelligen Betrag aushalf, darf sich das Team rund um Andreas Bodczek nun über die Mittel eines weiteren Finanziers freuen. SponsorPay will als werbebasierte Payment-Plattform bereits die Nummer eins in Europa sein und mit der neuen Finanzierung die weitere Expansion vorantreiben.

Insgesamt über fünf Millionen US-Dollar sollen in der dritten Finanzierungsrunde geflossen sein und neben Nokia Growth Partners haben sich auch die bestehenden Altinvestoren beteiligt. Es soll dabei eine deutliche Steigerung der Bewertung SponsorPays zustande gekommen sein, gibt das Unternehmen aus Berlin doch an, seine Umsätze jährlich um 400 Prozent gesteigert zu haben. Mit dem frischen Kapital will SponsorPay diesen Trend fortsetzen.

Durch den Umstand, dass SponsorPay zunächst alle Publisher auszahlen muss und daher stark auf die Zuverlässigkeit seiner Advertiser angewiesen ist, um diese Vorleistung erbringen zu können, dürfte das Geschäftsmodell von SponsorPay äußerst liquiditätslastig sein. Das frische Kapital wird wohl neben dem weiteren Wachstum auch bei der Sicherung des Tagesgeschäfts Einsatz finden.

Vor allem wird für SponsorPay wichtig sein, attraktive Deals für seine Nutzer zu gewinnen, sodass etwa Gamer von teilnehmenden Online-Spielen nicht mehr aufwändig durch Provisionen zur Partizipation „überredet“ werden müssen, sondern ein genuines Eigeninteresse entwickeln, an Umfragen etc. teilzunehmen. So würde es SponsorPay noch nachhaltiger gelingen, verschiedene Parteien zu einem Austausch zu animieren.

SponsorPay goes Mobile

Wohl kein Zufall, dass die Mittel dafür dieses Mal aus dem Dunstkreis des finnischen Handy-Riesen Nokia kommen: „Die neue Finanzierung erlaubt es uns, das erfolgreiche Online-Modell auf Smartphones auszuweiten“, kommentierte Andreas Bodczek, Geschäftsführer und einer der Gründer von SponsorPay, die Finanzierungsrunde. Die neue Linie ist damit klar, die Dienste von SponsorPay sollen mit Hilfe des Netzwerks von Nokia zukünftig auch über mobile Endgeräte der User verfügbar gemacht werden.

Janis Zech, ebenfalls Gründer bei SponsorPay, ergänzt: „Mit unseren mobilen Services lösen wir zwei der größten Herausforderungen für Smartphone-Entwickler: performancebasierte Distribution sowie Monetarisierung von preisbewussten Nutzern. SponsorPays große Stärken liegen im Aufbau von exzellenten Kooperationen sowie in der internationalen Lokalisation. Diese Fähigkeiten werden es uns ermöglichen, im mobilen Bereich ebenso erfolgreich zu werden“.

Daran, dass eine Erweiterung auf den Mobile-Bereich dem Geschäftsmodell von SponsorPay zuträglich ist, dürfte in der Branche wohl kaum jemand zweifeln. Ob die Wahl dabei auf den richtigen Partner gefallen ist, darf angesichts der Entwicklung von Nokia aber zumindest in Frage gestellt werden. Obwohl der Konzern derzeit noch der weltweit größte Handy-Hersteller ist, wurde der Zusammenschluß mit Microsoft – und damit das Eingeständnis, dass das Nokia-eigene Mobile-Betriebssystem als gescheitert gelten darf – sehr kritisch beäugt. Insgesamt wird Nokia SponsorPay im mobilen Segment sicherlich voranbringen können, wie es um die Zukunft des Mobilfunk-Konzerns selbst steht, wird gleichzeitig aber auch spannend zu beobachten sein.