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Nicht nur gebrauchte Medienträger haben Konjunktur – Gründerszene berichtete just über die Finanzierung von Momox –, sondern anscheinend auch gebrauchte Konsumelektronik: Wirkaufens (www.wirkaufens.de) verzeichnete eine Finanzierung durch Team Europe Ventures und weitere Business-Angels.

„Hohes sechsstelliges Investement“ für Wirkaufens

Das Investment wurde jüngst in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gegeben und soll einen „hohen sechsstelligen Betrag“ beinhalten. Wirkaufens ist eine Plattform für den Ankauf von gebrauchten Elektronikgeräten, die aufwendig wiederaufbereitet und dann „so gut wie neu“ wiederverkauft werden. Das verspricht auch der Name der asgoodas.nu GmbH, die ihren Sitz in Frankfurt an der Oder hat und seit Gründung vor ziemlich genau zwei Jahren auf Wachstumskurs ist.

Zuletzt konnte Wirkaufens Partnerschaften unter anderem mit der Deutschen Telekom und der Otto Gruppe schließen – diese Entwicklung soll nun mit Hilfe der entsprechenden Finanzspritze weiter befördert werden. Zuvor hatte Team Europe Ventures bereits mit einer ersten Finanzierungsrunde bei Wirkaufens für die nötige Liquidität gesorgt, über eine Million Euro an Wachstumskapital soll damals bereits zur Verfügung gestellt worden sein.

Das – laut Einschätzung von Pawel Chudzinski, Partner von Team Europe Ventures – enorme Marktpotential soll durch die Expansion zukünftig besser abgeschöpft werden: „Firmen, die im Ausland in diesem Markt aktiv sind, zeigen aber, dass dieses Geschäftsmodell sehr kapitalintensiv ist und exzellenter Execution bedarf“, so Chudzinski. Dem Kapitalbedarf wird TEV mit seinem Investment nun gerecht. An dem sechsstelligen Betrag beteiligten sich aber auch andere Business-Angels, Namen sind in diesem Zusammenhang jedoch nicht gefallen. Unklar ist daher auch, welchen Teil des Betrages die jeweiligen Akteure beigesteuert haben.

Christian Wolf, Gründer und Geschäftsführer von Wirkaufens, ließ verlauten, dass es neben Team Europe auch andere interessante Investoren-Angebote gegeben habe, zeigte sich mit seiner Wahl aber durchaus zufrieden: „Mit Team Europe Ventures haben wir einen Partner gefunden, der unsere eigenen Fähigkeiten perfekt ergänzt. Die sehr große aktive Unterstützung der Partner mit Knowhow und Kontakten haben mich überzeugt. Die Zusammenarbeit macht viel Spaß und ist sehr produktiv.“

Wirkaufens setzt auf einen wachsenden Markt

In der Tat scheint Wirkaufens mit seinem Geschäftsmodell auf einen Markt zu setzen, der in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen könnte. Insbesondere die Handysparte spielt hier eine entscheidende Rolle: Nach den jüngsten Entwürfen der Bundesnetzagentur soll 2011 die Laufzeit von Handyverträgen verkürzt und die Mobilfunkpreise gesenkt werden, so dass erstmals Anrufe um fünf Cent möglich wären.

Lange Vertragslaufzeiten und das häufig im Bundle erworbene (vergünstigte) Handy dürften damit dann langsam aber sicher der Vergangenheit angehören. Mobilfunkverträge werden sich zukünftig also eher durch ihre starke Flexibilität auszeichnen, die Neupreise für Handys dürften bei den Mobilfunkanbietern tendenziell eher steigen. Dann müssten iPhone-Liebhaber beispielsweise beim Kauf ihres Geräts tief in die Tasche greifen oder sich auf eine entsprechende Finanzierung einlassen – eine Möglichkeit, die von Banken und Zweitanbietern anhand solcher Marktentwicklungen bereits jetzt angeboten wird.

Gefundenes Fressen also auch für Anbieter von generalüberholter Gebrauchtware wie Wirkaufens, denen diese Entwicklung sicherlich einiges an Kundschaft bescheren wird. Aber auch indirekte Konkurrenten wie Flip4New (www.flip4new.de), Rebuy (www.rebuy.de) oder Momox (www.momox.de) könnten damit auf das richtige Pferd gesetzt haben, denn ein von Profihand aufbereitetes Gerät dürfte dem hochpreisigen Neugerät in puncto Qualität nicht wirklich nachstehen.

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