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Wunschfutter mit neuem Kapital und stattlichen Zahlen

60 Euro Durchschnittsbon, 60 Prozent Wiederbestellquote bei insgesamt wachsenden Bestellkörben und „so gut wie keine Retouren“ – die Zahlen des Dortmunder Tierfutter-Startups Wunschfutter (www.wunschfutter.de) können sich sehen lassen. Offenbar hat das Team rund um die Mitgründer Kai Oestreicher und Tobias Heitmann sowie Sonja Groneweg auch den bisherigen Investor TRM Beteiligungsgesellschaft mbH überzeugen können: Der Geldgeber investiert einen siebenstelligen Betrag in das Jungunternehmen, im vergangenen Juni hatte TRM bereits einen sechsstelligen Betrag bereitgestellt.

Wunschfutter fokussiert sich auf individuelle Tierfutter-Mischungen: Gemäß der Bedürfnisse des Hundes wie Aktivität, Alter und Allergien, wird das Futter nach eigenen Angaben „von Hand bedarfsgerecht zusammengestellt“. Dabei lege das Unternehmen be­son­deren Wert auf die Qualität – keine chemischen Zusätze, kein Getreide und ein Fleisch- beziehungsweise Fischanteil von mehr als 60 Prozent. Die Rezepturen wurden von Tierärzten entwickelt, wirbt das Startup weiter.

Mit dem neuen Kapital soll bis zum Jahresende eine vollautomatische Produktionsstraße aufgebaut werden, verraten die drei Geschäftsführer. Auf diese Weise will man auch größere Bestellungen be- und verarbeiten können. Parallel arbeite man am Ausbau des Kundenservice, sicherlich auch um im Wettbewerb mit anderen beziehungsweise traditionellen Anbietern punkten zu können.

Großer Markt, wachsender Online-Anteil

Generell scheint das Geschäft mit Tierfutter derzeit stabil zu wachsen: Gerade erst verkündete das Burda-finanzierte und schwarze Zahlen schreibende Zooplus in Deutschland einen Anstieg der Umsätze um 13 Prozent auf 129 Millionen Euro. Der eher aus dem stationären Handel bekannte und seit 2009 (erneut) im Online-Geschäft aktive Anbieter Fessnapf will seinen E-Commerce-Umsatz derweil von zuletzt 25 Millionen Euro im laufenden Jahr auf 50 Millionen Euro verdoppeln. Dabei ist der Online-Anteil beim Europa-Marktführer Fressnapf – und der weltweiten Nummer drei – vergleichsweise gering: 1,46 Milliarden Euro setzte die Fressnapf-Gruppe 2012 insgesamt um.

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Bis zu 25 Milliarden Euro groß soll der europäische Tierfutter-Markt laut Schätzungen des Institut für Handelsforschung sein, rund 22 Millionen Heimtiere gibt es in deutschen Haushalten. Solchen Marktvolumen steht aus Online-Sicht nur eines entgegen: Generell dürfte die Kundschaft (noch) nicht sehr Internet-affin sein: Nur ein Viertel der Tierliebhaber ist unter 40 Jahren alt, ein Drittel ist über 60. Allerdings wird sich auch dies in den kommenden Jahren wandeln – mit dem entsprechenden Potenzial für die Startups.

Von diesen gibt es derweil schon eine ganze Menge, und sie haben sich in den vergangenen Monaten mit Kapital für den bevorstehenden Wettbewerb gerüstet. Mitte des Jahres sicherten sich Point Nine CapitalMountain Super Angel, der amerikanische VC Blumberg Capital, sowie einige Business Angels für einen ebenfalls siebenstelligen Betrag Anteile an der E-Petworld GmbH – einem Startup des Münchener Inkubators Venture Stars. Zudem sind auch die fusionierten Unternehmen Futterland und Zoo-Royal, Canimix (www.canimix.de) von Tengelmann Ventures, das von K-New Media gestartete Meinestrolche (www.meinestrolche.de) oder auch Tierfutter24 (www.tierfutter24.de) dabei, sich in dem lukrativen Markt zu etablieren. Es wird in den kommenden Monaten also trotz eines wachsenden Online-Anteils im Tierfutter-Markt ein beträchtliches Gerangel um die Marktanteile bevor stehen.

Bildmaterial: bagal / pixelio.de