Mehr Zeit statt mehr Geld: Das erhofft sich Oliver Noelting (hier mit Freundin Joana) von seinem Leben als Frugalist.
Mehr Zeit statt mehr Geld: Das erhofft sich Oliver Noelting (hier mit Freundin Joana) von seinem Leben als Frugalist.

 

38,4 Jahre dauert ein Arbeitsleben in Deutschland durchschnittlich. Bei Oliver Noelting soll es deutlich schneller gehen: Er plant, schon mit 40 Jahren in Rente zu gehen. Dazu gibt er nur einen kleinen Teil seines Einkommens aus und investiert den Rest. Der heute 30-Jährige will dann genügend Geld angespart haben, um sich davon bis ans Lebensende eine Rente auszahlen zu können.

Dieser sparsame Lebensstil mit dem Ziel, finanziell unabhängig von Arbeitgebern zu sein, heißt Frugalismus. In den USA ist er auch unter dem Namen FIRE bekannt – Financial Independence, Retire Early. Im Gründerszene-Webinar hat Noelting erklärt, was es mit diesem Lebensstil auf sich hat, wie er ihn umsetzt und welche Tipps er für Neueinsteiger hat.

Frugalismus: Für ein gutes Leben braucht man kaum Geld

 

 

Im ersten Teil des Webinars spricht Noelting darüber, was ihn dazu motiviert hat, schon mit 40 in Rente gehen zu wollen. Eine große Rolle spielte dabei der US-amerikanische Blog „Mr. Money Moustache“, der auch in der US-amerikanischen FIRE-Bewegung populär ist. Die Anhänger dieser Bewegung eint derselbe Grundgedanke: Für ein gutes Leben braucht es nicht viel Geld.

Stattdessen, so Noelting, sind fünf Aspekte wichtig für das Lebensglück:

  • Soziale Beziehungen
  • Erfüllende Tätigkeiten
  • Sport, Bewegung und Natur
  • Lebenslanges Lernen
  • Aus der Komfortzone treten

Tipps zum Sparen, Geld ausgeben und anlegen

 

 

Im zweiten Teil des Webinars gibt Noelting Tipps dazu, wie jeder seine monatlichen Ausgaben senken kann. Etwa, indem man den Wohnraum reduziert – er und seine Partnerin leben gemeinsam auf 46 Quadratmetern. Oder, indem man ein Haushaltsbuch führt, um sich bewusst über die Ausgaben zu werden. Ein weiterer Tipp: Nicht nur aus Bequemlichkeit Dienstleistungen anzunehmen, wie etwa das Taxi anstelle des Fahrrads.

Außerdem legt Noelting seine Einnahmen und Ausgaben offen. Von seinem Nettoverdienst in Höhe von 2.300 Euro gibt er unter Anwendung seiner eigenen Spar-Tipps lediglich 750 Euro aus. So legt er aktuell monatlich zwei Drittel seines Einkommens zurück. Seine Ersparnisse landen größtenteils in ETFs. Die Abkürzung steht für „Exchange Traded Funds“, also börsengehandelte Fonds. Darüber investiert er momentan unter anderem in die 3.000 größten Unternehmen der Welt.

Bisher hat Noelting 110.000 Euro gespart. Wenn er 40 ist und er seinen Sparplan fortsetzen kann wie bisher, werden es 424.289 Euro sein. Er hält sich dabei an eine im Frugalismus geltende Faustregel: Finanziell unabhängig ist man dann, wenn man das 25- bis 30-Fache seiner Jahresausgaben ab der Rente angespart hat.

Auf der nächsten Seite geht`s zum dritten Teil des Webinars: Darin beantwortet Noelting unter anderem die Frage, wie er es schafft, nur 110 Euro monatlich für Essen auszugeben.

Bilder: Oliver Noelting

 

Mehr Zeit statt mehr Geld: Das erhofft sich Oliver Noelting (hier mit Freundin Joana) von seinem Leben als Frugalist.
Mehr Zeit statt mehr Geld: Das erhofft sich Oliver Noelting (hier mit Freundin Joana) von seinem Leben als Frugalist.

 

Teil 3: Q & A

 

Im letzten Teil des Webinars beantwortet Noelting Fragen seiner Zuschauer. Etwa:

  • Wie schaffst du es, pro Monat nur 110 Euro für Lebensmittel auszugeben?
  • Machst du keine klassische Altersvorsorge mit Riester oder Rürup – und warum?
  • Warum sparst du nicht auf ein Eigenheim?
  • Wie machst du das mit der Krankenversicherung, wenn du nicht mehr arbeitest?
  • Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen?
  • Hast du keine Angst, dass die Börse abschmiert?

Bilder: Oliver Noelting