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Bloomy-Days-Gründerin Franziska von Hardenberg

Wer das neue Büro von Bloomy Days in der Berliner Gormannstraße betritt, merkt: Bei diesem Startup geht es derzeit kräftig bergauf. Zwischen schwarz-weißen Kissen, gelben Designerstühlen und großen Blumensträußen hauen rund 30 Mitarbeiter motiviert in die Tasten. In einer gemütlichen Ecke hinter dem „Meeting-Häuschen“ – eigentlich ein klassisches Gartenhaus aus Holz, das hier als Meeting-Raum umfunktioniert wurde – sitzen Gründerin Franziska von Hardenberg und Christian Kieb, der seit vergangenem September ebenfalls Geschäftsführer ist.

Von Hardenberg ist bestens gelaunt; in den letzten Monaten hat sich nicht nur ihr Arbeitsplatz verschönert, sondern auch die Liste der Investoren deutlich verlängert. Im September konnte Bloomy Days den ersten Teil der Serie-A-Finanzierung (First Closing) abschließen. Damals pumpten die Altinvestoren Christophe Maire und Otto Capital sowie Neuinvestor Intan Group einen Millionenbetrag in das Berliner Startup.

Franziska von Hardenberg mit Christian Kieb

Nun kann von Hardenberg stolz verkünden, dass mittlerweile weitere Investoren an Bord sind: Ariadne Capital, die von Powerfrau Julie Meyer geführte Beteiligungsgesellschaft, die Business Angels Lars Dittrich und Matthias Ummenhofer sowie der Hotelbetreiber Zehden investieren mehrere Millionen Euro in das Startup. Die gesamte Summe der Finanzierungsrunde liegt allerdings noch im siebenstelligen Bereich. Wie im Handelsregister einzusehen ist, hält von Hardenberg immer noch über 47 Prozent der Anteile, dem Altgesellschafter Otto Capital gehören rund 25 Prozent des Unternehmens.

Mit dem eingesammelten Geld wolle Bloomy Days vor allem den Marktanteil in Deutschland ausbauen, wie von Hardenberg uns erzählt. Genaue Angaben zum Umsatz, der Höhe der Warenkörbe oder der Kundenanzahl möchte sie nicht machen. Nur so viel: Noch in diesem Jahr strebe ihr Unternehmen die Profitabilität für den deutschen Markt an. Bald sollen die Blumen an fünf Tagen in der Woche, nicht wie bisher an nur drei Tagen, ausgeliefert werden. So sollen die Kunden kurz nach der Bestellung ihre Blumen erhalten. Seit kurzem ist Bloomy Days zudem als „Trusted Shop“ zertifiziert.

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Bisher operiert Bloomy Days nur in Deutschland und Österreich. Doch auch hier soll sich etwas tun: Die Expansion in die Schweiz ist in Planung. „Die Schweiz ist nach Russland und vor Deutschland das Land, in dem die Menschen am meisten Geld für Blumen ausgeben“, berichtet die ehemalige Rocket-Mitarbeiterin. 2016 will sie mit ihrem Unternehmen weitere Märkte erschließen.

Um weitere Kunden anzulocken, will Hardenberg vor allem weiter ins Marketing investieren: Zum Muttertag am 10. Mai soll ab Mitte April ein TV-Werbespot auf den Frauensendern Sixx und TLC laufen. Außerdem sollen in München, Stuttgart und Düsseldorf große Plakate hängen. „Zum Muttertag wollen wir den Umsatz noch einmal um 300 Prozent steigern“, sagt von Hardenberg.

Bereits zum Valentinstag konnte ihr Team den Umsatz um 100 Prozent erhöhen. Ein Grund dafür war mit Sicherheit auch die breit diskutierte Valentinstags-Kampagne, für die Bloomy Days ausschließlich in Berlin 200 Plakate aufgehängt hatte. Das schwarz unterlegte Poster zeigte eine leicht geöffnete Mohnblüte, die dem weiblichen Geschlechtsteil glich. „Je schöner die Blumen, desto schöner das Dankeschön“ und „Bloomy Days wünscht ihnen einen erfolgreichen Valentinstag“ stand auf den Postern geschrieben, die sich ganz offensichtlich an Männer richteten.

Kaum hingen die Poster, zog ein kleiner Shitstorm über das Startup. Etliche Facebook-Nutzer entluden ihre Wut auf der Facebook-Seite von Bloomy Days. Die Brigitte schrieb „Euer Plakat ist zum Kotzen“, und die Taz meinte: „An dieser Botschaft des Unternehmens ist so viel falsch.“

Von Hardenberg nahm es gelassen, distanzierte sich klar von den sexistischen Vorwürfen und freute sich über die große Aufmerksamkeit – immerhin sei die Kampagne ohne Hilfe einer professionellen Agentur entstanden: „Ich wollte, dass wir auffallen“, erzählt sie. „Der Valentinstag ist der einzige Tag im Jahr, an dem wir uns primär an Männer richten. Das haben wir gemacht, waren mutig und sind einen neuen Weg gegangen.“ 

Wie von Hardenberg im Nachhinein schildert, war das meiste Feedback auf die Kampagne sehr positiv. Besonders Frauen hätten über die Kampagne schmunzeln müssen und Bloomy Days habe viele neue Kunden gewinnen können: „Für uns war die Kampagne ein voller Erfolg“, so von Hardenberg. „Wir konnten viel Aufmerksamkeit generieren und auch massiv den Umsatz steigern, sodass wir sehr zufrieden sind.“

Ganz zufrieden ist Franziska von Hardenberg offenbar dennoch nicht: Sie will mit Bloomy Days noch schneller wachsen, ist aktuell wieder auf Investorensuche. Noch in diesem Jahr will sie die Serie-B-Finanzierung abschließen.

Franziska von Hardenberg war kürzlich auch beim Startup Grind. Hier könnt ihr das Video anschauen: 

Bild: Bloomy Days