hitfox savedo finleap jan beckers

Das FinLeap-Team

Hitfox launcht Inkubator Finleap, Savedo erstes Startup

Nach drei Jahren und zehn inkubierten Startups aus den Bereichen Adtech und Big Data nimmt sich der Berliner Company Builder Hitfox ein neues Feld vor: Fintech. Schon vor einigen Tagen ließ Hitfox-Chef Jan Beckers gegenüber dem t3n-Magazin erahnen, dass er „eine Art Startplattform für Unternehmen speziell im Finanzmarkt“ plane. Tatsächlich wurde Finleap – so heißt der neue Fintech-Inkubator – schon im zweiten Quartal 2014 gegründet, heute folgt die offizielle Bekanntgabe.

Anzeige
Vier bis sechs Startups soll Finleap pro Jahr ausgründen, als erstes wird nach Gründerszene-Informationen in den kommenden Tagen der Festgeld-Marktplatz Savedo an den Start gehen. Eine zweite Geschäftsidee soll ebenfalls schon konkret in Planung sein. Zum Start sollen die Finleap-Startups mit zwischen 500.000 und fünf Millionen Euro Funding ausgestattet werden.

Es sei für Hitfox „ein logischer Schritt“, das bewährte Modell auf den Finanzmarkt zu übertragen, lässt sich Jan Beckers zitieren. Auch im Adtech-Bereich hätten „neue, zahlengetriebene Analyseverfahren schon zu deutlich mehr Effizienz und Wertschöpfung geführt“, so Beckers zu t3n. „Und auch der Finanzmarkt besteht zu großen Teilen aus Bits und Bytes und gehört zu den frühen Showcases für die Disruption durch Big Data.“ Das Potenzial sei riesig – „und Hitfox sitzt an einer Schnittstelle“.

Für die Erfüllung dieser Mission wurden zunächst 30 Leute für Finleap angeheurt, in den kommenden zwölf Monaten sollen Inkubator und Tochterunternehmen mindestens 150 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Geführt wird Finleap zu Beginn von den beiden Hitfox-Gründern Jan Beckers und Hanno Fichtner sowie dem Ex-PayPal- und Bigpoint-Manager Jochen Siegert. Der Inkubator verfügt über Büros in Berlin und San Francisco.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Hitfox macht 15 Millionen Euro Gewinn, Team Europe casht aus

In einigen Tagen soll bereits das erste Finleap-Projekt live gehen: Savedo, ein Marktplatz, über den deutsche Sparer Festgeldkonten bei Banken im europäischen Ausland eröffnen und dem dort höheren Zinsniveau profitieren können. Mit einem identischen Modell war vor knapp einem Jahr das Berliner Startup Weltsparen an den Start gegangen. Savedo will sich vor allem über eine flexible Technologie und Online-Marketing-Knowhow absetzen.

Update, 4. Dezember 2014: Savedo geht am heutigen Donnerstag offiziell online. Zu den ersten Partnerbanken gehört die tschechische Privatbank J&T Banka, die bis zu 2,4 Prozent Zinsen bietet. In Deutschland kooperiert Savedo mit der niederrheinischen Bank für Investments und Wertpapiere. Nach Angaben von Finleap arbeitet der neue Fintech-Inkubator schon an den nächsten Projekten: in den Bereichen Vermögensverwaltung, Kundenakquise für Finanzdienstleister und Factoring.

Dieser Artikel erschien zuerst am 25. November 2014.

Das Gründerteam von Savedo besteht aus dem ehemaligen Casacanda-Gründer Christian Tiessen sowie dem Ex-BCG-Berater Steffen Wachenfeld. Zur Geschäftsführung gehört außerdem Finleap-Chef Jochen Siegert. Insgesamt 20 Leute arbeiten derzeit für das Startup.

Zum Start hat Savedo 1,75 Millionen Euro Kapital zur Verfügung, das von Finleap, Point Nine Capital sowie einer Reihe von Business Angels (unter anderem Lukasz Gadowski) kommt. DvH Ventures beteiligt sich mit einem Media-Investment in unbekannter Höhe.

Bild: Hitfox; Mitarbeit: Lydia Skrabania