Philipp Kreibohm gründete Home24

Um den Berliner Möbel-Shop Home24 kreisen schon länger IPO-Gerüchte, nun gibt es noch einmal eine kräftige Kapitalspritze: Insgesamt 120 Millionen Euro stecken bestehende und neue Investoren in das Rocket-Venture. Allein 90 Millionen davon stammen von der schottischen Investmentfirma Baillie Gifford, die dafür knapp zehn Prozent der Anteile bekommt. Die Altinvestoren um Rocket Internet investieren 30 Millionen. Die Home24-Bewertung steigt damit auf 942 Millionen Euro.

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„Wir sind stolz, Baillie Gifford als neuen langfristig orientierten Investor bei Home24 begrüßen zu dürfen“, sagt Domenico Cipolla, CEO des Möbel-Shops. Peter Singlehurst, Investment-Manager bei Baillie Gifford, ergänzt: „Wir freuen uns, im Auftrag unserer Kunden in Home24 zu investieren. Das Internet verändert die Art, wie wir Möbel kaufen, und Home24 ist in vorderster Linie an dieser Entwicklung beteiligt. Wir freuen uns darauf mit Home24 zusammenzuarbeiten und langfristig unterstützende Aktionäre zu sein.”

Erst vor wenigen Wochen hatte Home24 die Umwandlung in eine AG verkündet. In diesem Zusammenhang waren auch neue Investoren bekannt geworden: die britische Pentland Group, die niederländische Gesellschaft L’Arche, die zum Großteil den Erben der Heineken-Bierbrauerei gehört, sowie die von Silvio Berlusconis Sohn Luigi geführte Holding Italiana Quattordicesima, die kürzlich auch bei Westwing eingestiegen war. Ob die Investments dieser drei Geldgeber, die jeweils unter einem Prozent der Anteile halten, im Zuge der aktuellen Finanzierungsrunde erfolgten, will Home24 nicht kommentieren.

Die letzte offiziell kommunizierte Beteiligungsrunde von Home24 stammt aus dem vergangenen Dezember. Damals gab es knapp 16 Millionen Euro, Rocket bewertete sein Möbel-Venture zu dem Zeitpunkt mit 815 Millionen.

Home24 konnte seinen Umsatz 2014 auf 160 Millionen Euro steigern, das ist ein Plus von 72,5 Prozent. Nach enttäuschenden Zahlen für 2012 und einem stagnierenden Umsatz im Jahr 2013 waren schon die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2014 ermutigend.


Von SAP bis Windeln.de – große deutsche Tech-IPOs
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SAP gilt als das Musterbeispiel einer erfolgreichen Tech-Gründung: Der größte europäische Softwarekonzern stammt aus dem baden-württembergischen Walldorf. Das Unternehmen geht am 4. November 1988 an die Börse. Insgesamt werden 1,2 Millionen Aktien zu einem Preis von je rund 750 DM ausgegeben. Das IPO-Volumen belief sich demnach auf 900 Millionen DM, also rund 450 Millionen Euro. Bild: SAP-Gründer Hasso Plattner; NamensnennungKeine Bearbeitung Bestimmte Rechte vorbehalten von mkrigsman

Bild: Home24