Alle reden über HelloFresh: Der Kochboxen-Versand von Rocket Internet wird aktuell mit 2,6 Milliarden Euro bewertet, verkündet steigende Millionen-Umsätze und plant offenbar sogar einen Börsengang. Beim Wettbewerber Kochzauber aus Berlin läuft es hingegen gar nicht gut: Das Kochboxen-Startup wird nun noch bis Ende des Jahres fortgeführt, 2016 wird das operative Geschäft gestoppt. Das erfuhr Gründerszene aus dem Unternehmensumfeld. Eine Sprecherin des Kochzauber-Inhabers MyToys bestätigte das Aus: Die Auslieferung der Boxen sei nur noch bis Weihnachten geplant.

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Ähnlich wie HelloFresh versendet Kochzauber Boxen mit Rezepten und den passenden Zutaten. Das Unternehmen hatte sich bisher auf den deutschen Markt konzentriert und dort Kunden in mehr als 50 Städten bedient. Doch der Plan ging nicht auf: „Das Geschäftsmodell konnte unsere Erwartungen nicht erfüllen und somit konnten die anvisierten Ziele nicht erreicht werden“, heißt es von MyToys. Das Kochzauber-Management habe sich gemeinsam mit den Gesellschaftern dazu entschlossen, die Kochzauber GmbH zu schließen und abzuwickeln. „Wir werden den Geschäftsbetrieb noch bis Ende des Jahres vollständig fortführen und sämtliche Verpflichtungen der Gesellschaft erfüllen.“

Kochzauber wurde 2012 von Steffi Keuler und Frederic Knaudt gegründet. Anschließend leiteten Knaudt und die Project-A-Managerin Wencke Harder das Startup. Mittlerweile ist allerdings David Bötschi von MyToys Geschäftsführer. Wie aus dem aktuellen Handelsregister-Eintrag hervorgeht, hält die myToys.de GmbH rund 76 Prozent der Anteile. Die Otto-Tochter war 2013 bei dem Berliner Startup eingestiegen. Der Company Builder Project A Ventures, der Kochzauber seit der Seed-Finanzierung 2012 unterstützt, hält noch etwa 17 Prozent an dem Unternehmen.

Bild: Kochzauber