Ning Li gründete 2010 Made.com

Möbel und Inneneinrichtung übers Netz zu verkaufen, daran haben sich schon einige Startups versucht, die allermeisten mit durchwachsenem Erfolg. Der Design-Shop Fab versenkte hunderte Millionen an Investorengeldern, auch die inzwischen erstarkten Rocket-Ventures Westwing und Home24 liefen jahrelang den Erwartungen hinterher.

Made.com, 2010 gegründet von MyFab-Gründer Ning Li (CEO) und LastMinute.com-Gründer Brent Hoberman (Chairman), versucht sich dennoch in diesem Business. Und das läuft ziemlich gut. Offenbar sind die Zahlen sogar so überzeugend, dass der französischen VC Partech gemeinsam mit weiteren Investoren nun 60 Millionen US-Dollar in das Londoner Startup steckt. Mit einem Teil des Geldes werden laut Financial Times Altgesellschafter ausbezahlt – mit dem Rest will Made.com jetzt kräftig aufdrehen. Im Visier hat das englische Unternehmen dabei vor allem Deutschland.

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Mit einem Soft Launch war Made.com hierzulande schon im März testweise online gegangen, im Juni folgte dann der offizielle Start in Deutschland. Und: Das Wachstum auf dem deutschen Markt stelle die ersten Monate in Großbritannien und Frankreich in den Schatten, so eine Unternehmenssprecherin gegenüber Gründerszene. Der durchschnittliche Warenkorb betrage stolze 400 Euro.

Allerdings sieht CEO Ning Li in Deutschland auch starke Konkurrenz. „Einer der wichtigsten Gründe für unser 60-Millionen-Dollar-Fundraising war, eine Kriegskasse für den deutschen Markt aufzubauen“, erklärt Li. Made.com wolle den Kunden hierzulande eine „glaubwürdige Alternative“ bieten im Vergleich zu traditionellen Händlern und den vorhandenen Online-Angeboten, die Li als „von Rockets Unternehmen dominiert“ sieht. Der Samwer-Inkubator habe „sehr agressiv auf den Online-Möbel- und Home-Markt gewettet“.

Neben Westwing und Home24 zählen zu den Made.com-Wettbewerbern aber auch das Berliner Startup Monoqi und das Fab-Spinoff Hem, das mit CEO Jason Goldberg im vergangenen Herbst nach Berlin kam.

Ein eigenes Büro in Deutschland plant Made.com bislang allerdings nicht. Wie die weiteren Auslandsmärkte in Frankreich, Belgien, Italien und den Niederlanden wird auch Deutschland vom Hauptquartier im Londoner Stadtteil Soho gesteuert. Auch die deutsche Country Manager Gloria Reuss, die vorher für Amazon in München tätig war, arbeitet von dort aus.

Bild: Made.com