Meet-n-Learn-Gruender

Die Meet’n’Learn-Gründer Tomas Palkovič (links) und Juraj Svinčák im Wayra-Accelerator in München

In das Programm des Telefónica-Accelerators Wayra kamen die Gründer der Lernplattform Meet’n’Learn eher zufällig. Zwar hatten Juraj Svinčák und Tomas Palkovič in der Prager Wayra-Dependance gepitcht, wurden dort aber abgelehnt. Ihr Glück: Der Chef des deutschen Ablegers war da gerade zu Besuch in Prag. Er suchte zu der Zeit nach einem Nachhilfelehrer für seine Kinder, weshalb er auf Meet’n’Learn aufmerksam wurde – und die Gründer zum Pitch nach München einlud.

Dort waren Svinčák und Palkovič erfolgreicher: Im Mai 2014 wurden sie in die Akademie aufgenommen – in denselben Batch wie der Restaurant-Logistikdienst Foodora. Im vergangenen Juli erhielt Meet’n’Learn dann eine Finanzierung in Höhe von 200.000 Euro vom ebenfalls slowakischen Investor Neulogy Ventures. Das Programm endete im darauffolgenden August. Heute ist das Team zu sechst, zwischen Berlin und Bratislava wird gependelt.

Meet'n'Learn

Eine Mobile App gibt es von Meet’n’Learn noch nicht

Das Startup vermittelt seit 2012 zwischen Nachhilfeschülern und Tutoren. Letztere sind in der Regel Studenten, Lehrer oder Fachpraktiker. Sie zahlen auch für die Nutzung der Plattform zwischen 24,90 Euro für ein Monats- und 249 Euro für ein Jahres-Paket. Die Pakete ermöglichen die Kontaktaufnahme mit unbegrenzt vielen Schülern.

Anfangs boten die Gründer ihren Dienst noch unentgeltlich an. Bis ein Nachhilfelehrer, der ihre Plattform nutzte, ihnen als Dankeschön Geld überwies. Über Meet’n’Learn war er an etwa 20 zahlungswillige Nachhilfeschüler gekommen. Da erkannten die Gründer, dass sie mit ihrem Produkt auch Geld verdienen konnten.

Inzwischen bieten Tutoren auf Meet’n’Learn nicht mehr nur Stunden in klassischen Fächern wie Mathe oder Englisch an. Man kann sich zum Beispiel auch in chinesischer Kalligraphie, BWL oder Word fortbilden lassen – hauptsächlich offline, vereinzelt online.

In Deutschland sollen auf Meet’n’Learn derzeit etwas mehr als 3.000 Tutoren registriert sein, in Österreich ist die Zahl mit rund 1.600 Lehrern deutlich kleiner. Ebenfalls aktiv ist das Startup in seinem Heimatmarkt der Slowakischen Republik sowie in Tschechien, bald sollen die Schweiz und die Türkei hinzukommen. Demgegenüber stehen nach Angaben von Svinčák insgesamt rund 5.000 Schüler und Menschen, die monatlich nach einer Lern-Hilfe suchen. Der Mitgründer räumt ein, dass es für das Unternehmen aktuell schwieriger sei, Nachhilfeschüler auf die Seite zu bekommen.

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Größere Bekanntheit hat in Deutschland aktuell etwa noch der von Holtzbrinck gestartete Nachhilfeanbieter Tutoria, von dem Webseite und Technik im vergangenen August an das Bochumer Unternehmen Studienkreis gingen. Der vergleichbare US-Dienst Tutorspree stellte seinen Dienst 2013 ein. In den USA ist auf dem Gebiet nun vor allem der 2005 gegründete Nachhilfe-Vermittler WyzAnt aktiv.

Abgesehen davon gibt es reine Online-Lernplattformen wie Sofatutor. Doch Meet’n’Learn-CEO Juraj Svinčák glaubt, dass Nachhilfe auch zukünftig stark lokal verankert sein wird. Wer beispielsweise Mathe lernen müsse, hätte Schwierigkeiten, den Stoff via Skype vermittelt zu bekommen. Man strebe langfristig eine Kombination aus beiden Elementen an, weshalb auch das slowakische Startup in Zukunft verstärkt auf Online-Stunden setzen möchte. Etwas zeitgemäßer soll nicht zuletzt auch die Kommunikation zwischen Tutor und Schüler werden: In den nächsten zwölf Monaten will Meet’n’Learn endlich auch eine Mobile App an den Start bringen.

Bild: Meet’n’Learn