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Von Milliardenumsätzen und zweistelligen Renditen

Dass Wachstum bei den Samwer-Brüdern AlexanderMarc und Oliver und ihrem Inkubator Rocket Internet (www.rocket-internet.de) groß geschrieben wird, ist hinlänglich bekannt. Wie ausgeprägt das Größenstreben tatsächlich ist, will nun das Manager-Magazin aus vertraulichen Investorenunterlagen erfahren haben. Wie die Zeitschrift in ihrer neuesten Ausgabe berichtet, versprachen die Ausnahmeunternehmer in den Papieren, mit fast jedem ihrer E-Commerce-Hoffnungen in die Milliardenumsatzliga vorzustoßen und dann zweistellige Umsatzrediten zu erwirtschaften.

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Die Modeketten Zara oder H&M wolle man mit Zalando & Co. in die zweite Reihe verdrängen, den schwedischen Möbelriesen Ikea abhängen, zitiert das Blatt aus den Unterlagen. Offenbar hatten die Samwer-Brüder mit den Versprechen Erfolg: Etwa habe der indische Stahlmagnat Lakshmi Mittal fünf Millionen Euro in die Rocket-Gesellschaft Bigfoot 1 investiert, so das Manager-Magazin. Die Holding fasst mit Dafiti, Lamoda und Teilen von Namshi Zalando-Schwesterunternehmen in Lateinamerika, Indien, Russland und Nahost zusammen.

Zehn Millionen Euro von Kurt-Rudolf Schwarz, dem Erben des deutschen Pharmariesen Schwarz, 15 Millionen Euro von ukrainische Milliardär Victor Pinchuk, gar 25 Millionen Euro vom kolumbianischen Finanzmanager und Biermagnat Alejandro Santo Domingo – die genannten Geldgeber sind namhaft. Freilich verblassen die aufgeführten Summen gegen das Milliardeninvestment des schwedischen Geldgebers Kinnevik.

Derzeit hohe Anlaufverluste

Den Angaben zufolge soll der brasilianische Zalando-Klon Dafiti im Jahr 2016 schon rund zwei Milliarden Euro Erlöse vorweisen – 2012 seien es 91 Millionen Euro gewesen. Ähnliches in Russland: Für die dortige Zalando-Schwester Lamoda würden für 2016 Umsätze von rund 1,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, nach 45 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Für den jungen lateinamerikanischen Amazon-Klon Linio werde der für 2017 erwartete Ertrag auf 281 Millionen Euro beziffert, die angenommene Umsatzrendite auf stolze zwölf Prozent. Für das US-amerikanische Original selbst wird für das vergangene Jahr ein Wert von gut 1,1 Prozent genannt.

Dass derzeit allerdings weltweit noch hohe Anlaufverluste vorzuweisen sind, werde aus den Unterlagen ebenfalls deutlich: So verbuchte den Manager-Magazin-Angaben zufolge allein das in Südostasien aktive Modeportal Zalora im vergangenen Jahr ein Minus von knapp 70 Millionen Euro. Auch die Möbelkette Home24 weise noch hohe Defizite auf: 2012 habe ein Verlust in Höhe von rund 40 Millionen Euro zu Buche gestanden, für 2013 werde ein Minus von fast 43 Millionen Euro erwartet.

Bild: Rocket Internet
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