Nach einem schlechten Börsenjahr räumt Rocket Internet weiter auf: Gerade erst hat der Berliner Inkubator sich von seinem Lieferdienstgeschäft in Spanien, Italien, Brasilien und Mexiko getrennt; gleichzeitig halten sich hartnäckige Gerüchte, dass auch der indische Ableger von Foodpanda zum Verkauf steht – ebenso wie der E-Commerce-Riese Jabong. Im Januar hatte außerdem Rockets Taxi-App EasyTaxi den Rückzug aus Asien verkündet.

Nun folgen offenbar weitere Kürzungen in Südamerika und Asien. Wie das Newsportal Tech in Asia berichtet, muss das 2014 von Rocket in Brasilien gestartete Unternehmen Tripda wieder schließen – und zwar in allen 13 Märkten. Der Grund: Die Anschlussfinanzierung kam offenbar nicht zustande, wie ein Insider berichtet. Demnach will Tripda das offizielle Aus Ende dieser Woche verkünden.

Update, 29.2.2016, 12:45 Uhr: Tripda bestätigt nun auf der Webseite, dass der Dienst am 4. März eingestellt wird. Die operativen Kosten seien zu hoch geworden, schreibt das Startup. Außerdem sei es eine „Herausforderung“ gewesen, nötiges Funding für die Wachstumsfinanzierung zu finden.

Dieser Artikel erschien zuerst am 8. Februar um 13:02 Uhr.

Tripda vermittelt ähnlich wie das französische Unternehmen Blablacar, zu dem seit April vergangenen Jahres auch der deutsche Mitbewerber Mitfahrgelegenheit.de gehört, Fahrten von Stadt zu Stadt mit privaten Autobesitzern. Fahrgäste finden, buchen und bewerten ihre Mitfahrgelegenheiten per App.

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Gegründet wurde Tripda im Mai 2014 von Pedro Meduna und Eduardo Prota in Brasilien. Von dort expandierte das Startup in elf weitere Märkte in Asien und Lateinamerika. Im November 2014 ging Tripda sogar in die USA – ein für Rocket sehr ungewöhnlicher Schritt. Vor rund einem Jahr gab das Startup eine Finanzierungsrunde über elf Millionen US-Dollar bekannt, das Geld kam von Rocket Internet und einem ungenannten New Yorker Investor.

Da die folgende Serie-B-Finanzierung nun offenbar nicht zustande gekommen ist, sollen nach Informationen von Tech in Asia etliche Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Sie erhielten ein Monatsgehalt als Ausgleich, so das Newsportal. Einige Angestellte sollen künftig für andere Rocket-Ventures tätig sein.

Rocket Internet wollte sich auf Anfrage von Gründerszene nicht zu dem Bericht äußern. „Tripda wird sich in den kommenden Tagen melden“, sagte ein Sprecher.

Bild: Screenshot Tripda / Youtube