Stefan Smalla und Delia Fischer gründeten 2011 Westwing

Weitere Millionen für Westwing: Nachdem der Möbelshop erst im Januar 25 Millionen Euro einsammeln konnte, gehen jetzt noch mal 30 Millionen an das Münchner Unternehmen. Lead-Investor ist Kinnevik mit 20 Millionen, die restlichen zehn kommen von Altgesellschaftern sowie neuen Investoren.

Nach Gründerszene-Informationen dürfte es sich dabei um die Familie des umstrittenen Ex-Ministerpräsidenten Italiens, Silvio Berlusconi, handeln. Laut dem aktuellsten Handelsregister-Eintrag halten die Gesellschaften Holding Italiana Quattordicesima und Reti Televisive Italiane (RTI) nun zusammen etwas weniger als ein Prozent der Anteile. RTI gehört zu Berlusconis Sendergruppe Mediaset, die Holding Italiana Quattordicesima wird von Berlusconis Sohn Luigi geführt.

Es ist nicht die erste Berlusconi-Beteiligung an einem Unternehmen aus dem Rocket-Universum: 2013 investierte der Clan in den Mobile-Payment-Anbieter Payleven, erst im Februar schloss der Zimmervermittler Wimdu einen Media-Deal mit der TV-Gruppe Mediaset.

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Westwing konnte seinen Umsatz 2014 um 66 Prozent auf 183 Millionen Euro steigern. 2013 lag der Umsatz noch bei 110 Millionen. Nach Unternehmensangaben wurden 40 Prozent des Umsatzes über mobile Endgeräte erwirtschaftet. Außerdem verkündete das Unternehmen, dass alle 15 Länder, in denen Westwing aktiv ist, zum Umsatzwachstum sowie einer verbesserten Profitabilität beigetragen hätten. 2014 ist Westwing nach Belgien, Kasachstan, Tschechien, Ungarn und in die Slowakei expandiert.

„Der starke Anstieg unseres Umsatzes ist im Wesentlichen auf den Ausbau unserer Marktposition, eine hervorragende Kundenloyalität sowie Neukundengewinnung zurückzuführen“, sagt Stefan Smalla, CEO und Gründer von Westwing. Der Anteil der Bestellungen von Wiederkäufern liege bei über 70 Prozent, so das Unternehmen.

Anfang 2014 hatte Westwing bereits stattliche 72 Millionen Euro eingesammelt. Mit den zwei neuen Finanzierungen im Januar und März steigt die Gesamtfinanzierung seit Gründung im Jahr 2011 auf 209 Millionen Euro. Zu den wichtigsten Geldgebern gehören neben Kinnevik Access Industries, Fidelity Worldwide Investment, Odey, Rocket Internet, Summit Partners, RI Digital Ventures und Tengelmann Ventures.

Das Startup aus dem Hause Rocket Internet wurde von Delia FischerGeorg BiersackMatthias Siepe, Stefan Smalla und Tim Schäfer gegründet. Heute beschäftigt Westwing 1600 Mitarbeiter weltweit.

Bild: Westwing; Mitarbeit: Niklas Wirminghaus