Großes Aufsehen erregte die Frozen-Yoghurt-Kette Wonderpots vor zwei Jahren: Damals schloss das Unternehmen eines der größten Crowdinvestings Deutschlands auf Companisto ab. 500.000 Euro sammelte der Gründer Björn Welter ein. Zu dem Zeitpunkt hatten nur das heute insolvente Startup Tollabox und Cloud&Heat (früher: AoTerra) mehr Geld von der Crowd bekommen.

Wonderpots hatte seine Finanzierungsrunde in Rekordzeit abgeschlossen: In nur einer Woche investierten 889 Geldgeber zu einer Unternehmensbewertung von vier Millionen Euro. Das Funding-Maximum war wegen der großen Nachfrage mehrmals angehoben worden.

Vergangene Woche nun wurde offiziell bestätigt, was schon seit einiger Zeit in der Szene zu hören war: Wonderpots steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Am 25. November wurde der Rechtsanwalt Falk Eppert zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Von seiner Kanzlei heißt es, man prüfe derzeit, ob ein Insolvenzverfahren eingeleitet werde. Zuvor war im Umfeld des Unternehmens bereits seit Monaten von ausstehenden Zahlungen die Rede.

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Vom Wonderpots-Geschäftsführer Tomasz Piotrowski heißt es dazu gegenüber Gründerszene: „Der Geschäftsbetrieb läuft im Rahmen der vorläufigen Insolvenz ganz normal weiter. Die Wonderpots GmbH beschäftigt derzeit 18 Mitarbeiter. Das sind sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitmitarbeiter. Wir arbeiten Hand in Hand mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zusammen. Ein wichtiges Ziel für mich ist es auch, die Arbeitsplätze zu sichern.“

Das Unternehmen arbeitet mit Franchise-Nehmern zusammen. Die, so Piotrowski, seien von den jüngsten Ereignissen nicht betroffen. Vor kurzem hätten Geschäfte in Berlin Spandau und dem irakischen Sulaimaniyya eröffnet. Piotrowski sagt: „Eine Insolvenz muss nicht das Ende eines Unternehmens darstellen, sondern kann auch Chancen für Umstrukturierungen und einen Neuanfang bieten.“

Piotrowski ist seit Anfang 2014 Geschäftsführer von Wonderpots. Damals schied der Gründer Björn Welter aus der Unternehmensführung aus, bis heute hält er über 45 Prozent an dem 2011 gestarteten Unternehmen. Zwischen ihm und Piotrowski soll es Spannungen geben.

Update vom 4. Dezember: Gegenüber Gründerszene erklärt Björn Welter, ihm sei von einem Gerichtsverfahren, wie es nach Aussage von Wonderpots-Geschäftsführer Piotrowski gegen ihn anhängig sei, allerdings nichts bekannt. Zwar habe es in der Vergangenheit gesellschaftsrechtliche juristische Auseinandersetzungen gegeben. Diese seien allerdings nicht vor Gericht gekommen.

Bild: Wonderpots