Metrigo

Zalando wolle „massiv in Technologien“ investieren und „eventuell auch Firmen zukaufen“ – mit dieser Ankündigung sorgte Vorstand Rubin Ritter vor einigen Wochen für Aufsehen. Jetzt setzt der Berliner Fashion-Riese den Plan erstmals in die Tat um: Er kauft den Hamburger Adtech-Spezialisten Metrigo, nach Gründerszene-Informationen für einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag.

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Metrigo hatte seit 2013 für etwa ein Jahr zur Springer-Tochter Zanox gehört – bis der Kauf im Dezember rückabgewickelt wurde und Zanox in die vorherige Gesellschafterstruktur zurückgeführt wurde. Nun folgt schon der nächste Besitzerwechsel.

Zalando übernimmt 100 Prozent der Anteile an dem 2011 gegründeten Startup, das sich auf datengetriebene Lösungen für vertriebsorientierte Display-Werbekampagnen spezialisiert hat. Metrigo soll möglichst unabhängig bleiben und auch den Firmensitz in Hamburg beibehalten. Das Team um die Gründer Philipp Westermeyer, Tobias Schlottke und Christian Müller werde an Bord bleiben, heißt es von Zalando.

„Wir kennen das Team von Metrigo seit Jahren, die Jungs haben eine tolles Unternehmen aufgebaut und ihre Erfahrung und Kompetenz bringt uns große Schritte nach vorne“, kommentiert ein Zalando-Sprecher die Akquisition.

Für Zalando ist es der erste Zukauf seit der Übernahme des ebenfalls von Rocket Internet angeschobenen Online-Designer-Outlets Mybrands 2010. „Wir werden stark in Tech und Know-how investieren“, so der Sprecher. „Wir fangen jetzt langsam mit M&A-Deals an, beginnen, hier Erfahrungen zu sammeln und Teams an Bord zu holen“. Und er kündigt an: „Es wird mehr Acqui-hires dieser Art geben.“


Ein Blick in die Berliner Zalando-Büros
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Mollstraße: Mitte 2013 wurde der neue Technologie-Standort nahe dem Alexanderplatz eröffnet.

Bilder: Metrigo/Zalando