Ein halbes Jahr nach dem Börsengang erfreut Zalando – im Gegensatz zu Rocket Internet – seine Anleger mit überzeugenden Geschäftszahlen. In den Monaten Januar bis März erreichte Zalando das beste Ergebnis der Firmengeschichte in einem ersten Quartal: Der Umsatz stieg um 28,5 Prozent auf 644 Millionen Euro – im ersten Quartal des Vorjahres waren es 501 Millionen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 29 Millionen Euro (statt minus 23 Millionen im Vorjahreszeitraum).

Zalando erhöht daher die Ebit-Prognose für das Gesamtjahr auf nun 4,5 Prozent, auch das Umsatzwachstum soll am oberenen Ende des prognostizierten Zielkorridors von 20 bis 25 Prozent liegen – oder sogar darüber. „Wir sind mit Vollgas ins Geschäftsjahr 2015 gestartet, das Ergebnis des ersten Quartals ist ein neuer Rekord“, lässt sich Vorstandsmitglied Rubin Ritter zitieren. „In den nächsten Monaten werden wir weiter gezielt in die Verbesserung des Kundenerlebnisses und unser internationales Wachstum investieren.“ Die Eröffnung des Tech-Standorts in Dublin im April sei „nur ein erster Schritt“ gewesen.

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Auch auf der Produktseite präsentiert Zalando am Dienstag eine Neuerung: Bei der intern als „Project Z“ bekannten Curated-Shopping-Plattform ist die Testphase vorbei – das Portal geht heute unter dem Namen Zalon live, unter einer eigenen Domain und mit eigener Vermarktung. Davon erhoffen sich die Macher laut Internet World Business mehr Flexibilität. Der Dienst ist zunächst nur in Deutschland verfügbar.

Während der Testphase haben offenbar tausende Kunden das Angebot unter die Lupe genommen. „Das Feedback haben wir in die finale Seite eingearbeitet“, sagt der Zalon-Verantwortliche Ivo Scherkamp. Eine Änderung, die sich daraus ergeben hat: Die Style-Berater werden auf Profilseiten mit Videos und Texten vorgestellt. Mit der Idee eines Marktplatzes für Stylisten setzt sich Zalon auch von den deutschen Marktpionieren Outfittery und Modomoto ab – dort können Kunden sich ihre Berater in der Regel nicht selbst aussuchen.

Der Großteil der mittlerweile 100 Berater wird als Freiberufler beschäftigt. „Da die Stylisten von überall aus arbeiten, können sie auf regionale Besonderheiten eingehen“, erklärte Scherkamp vor einigen Wochen der Textilwirtschaft. „So können beispielsweise bayerische Stylisten Tipps für ein Oktoberfest-Outfit geben.“

Die auf Zalon empfohlenen Outfits sollen aus dem kompletten Sortiment des Fashion-Giganten stammen – weder sollen Marken die Möglichkeit haben, sich einzukaufen, noch Zalando-Eigenmarken bevorzugt behandelt werden.

Im März war bekannt geworden, dass ein komplettes Entwicklerteam des insolventen Berliner E-Reading-Startups Txtr zu Zalandos Curated-Shopping-Projekt gewechselt war. Insgesamt umfasst das Team laut Textilwirtschaft derzeit 40 Mitarbeiter.


So sehen die Büros von Zalando aus:

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Mollstraße: Mitte 2013 wurde der neue Technologie-Standort nahe dem Alexanderplatz eröffnet.

Bild: Screenshot Zalon.de