Das Berliner Carsharing-Startup Citee Car befindet sich seit wenigen Tagen in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Das Geschäft sei schon länger schwierig gewesen, sagt Insolvenzverwalter Philipp Hackländer von der Kanzlei White & Case gegenüber Gründerszene. Der Betrieb werde zumindest im Dezember weiterlaufen, weitere Voraussagen seien „zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich“.

Die luxemburgische Mutter des Startups sei bisher nicht von einer Insolvenz betroffen. Laut Hackländer soll für die deutsche GmbH nun bis zum 1. Februar ein Investor gefunden werden – denn zu diesem Zeitpunkt werde sonst die Insolvenz eröffnet. Citee Car verhandle bereits seit längerem mit möglichen Geldgebern.

Geschäftsführer Mauro Mariani, der das Unternehmen gemeinsam mit Bill Jones 2012 gründete, möchte sich momentan zu der Insolvenz nicht äußern. Auch beim Hauptinvestor Mangrove Capital Partners hält man sich auf Nachfrage bedeckt. Im April 2014 hatte der VC gemeinsam mit anderen Geldgebern acht Millionen Euro in Citee Car investiert.

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Mangrove, das auch in Outfittery und Brands4Friends investiert hatte, beteiligte sich schon bei der Gründung an dem Startup. Citee-Car-Mitgründer Mauro Mariani war fast elf Jahre lang für den VC tätig.

Die Aufgabe von Insolvenzverwalter Hackländer sei es nun, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Im Rahmen des vorläufigen Verfahrens prüfe er gemeinsam mit Citee Car, ob man die Kurve aus eigener Kraft schaffen könne. Das Startup gab im Sommer letzten Jahres auf seiner Homepage an, in elf Städten aktiv zu sein und eine Fahrzeugflotte von 800 Wagen zu unterhalten. Neuere Zahlen wurden nicht kommuniziert. Damals arbeiteten 34 Mitarbeiter für die Firma, heute sind es 25.

Citee Car hat sich auf besonders günstiges Carsharing spezialisiert. Die Mietgebühren pro Stunde liegen zwischen einem und zwei Euro, die Kilometerpauschale beträgt 29 Cent ohne Paket, also ohne eine bestimmte Anzahl von Kilometern zu buchen. Kauft man mehr Kilometer, wird es günstiger. Auch im B2B-Bereich versuchte Citee Car, Fuß zu fassen. Das Angebot: Startups, die einem Carsharing-Wagen einen Parkplatz zur Verfügung stellen, können den im Gegenzug wie einen Firmenwagen nutzen.

Zu Konkurrenten des Berliner Startups gehören zum Beispiel Flinkster von der Deutschen Bahn, das in 140 deutschen Städten verfügbar ist, oder Cambio mit einer Flotte knapp 1.000 Fahrzeugen. Aber auch die Angebote von Car2go des Automobilkonzerns Daimler und Drive Now von BMW, deren Modell nicht auf Stationen basiert, sind finanzstarke Wettbewerber, die dieselbe Zielgruppe ansprechen.

Bild: © Bildagentur PantherMedia  /