KaufDa, Axel Springer, Übernahme, Verkauf

Vor kurzem hatte Gründerszene noch beschrieben, wie KaufDa einen Bieterwettbewerb zwischen der Deutschen Post und der Verlagswelt für Discounter-Prospekte ankurbelt, nun hat ein anderer das Rennen gemacht: Axel Springer übernimmt die Mehrheit der Anteile von KaufDa (www.kaufda.de), während das Gründerteam operativ an Bord bleibt.

Zweistelliger Millionenbetrag von Axel Springer?

Insgesamt 74,9 Prozent der Anteile hält Axel Springer am Unternehmen für Online-Prospekte und Mobile-Couponing nun und will aber weiterhin auf die Motivation der Gründer Christian Gaiser, Tim Marbach und Thomas Frieling setzen, die bei KaufDa verbleiben und als „Unternehmer im Unternehmen“ agieren sollen. Denkbar wäre, dass es sich hierbei um eine Art Earn-Out-Regelung handelt, bei der Axel Springer unter bestimmten Voraussetzungen auch noch die restlichen Anteile von KaufDa übernimmt und den Gründern so einen kompletten Exit beschert.

Wie viel Geld Axel Springer, das offensichtlich als Sieger des Wettbietens um KaufDa hervorgegangen ist, auf den Tisch legen musste, ist unklar. TechCrunch spekuliert über knapp 30 Millionen Euro, Deutsche Startups will Informationen über 25 Millionen haben. Diese Spekulationen decken sich mit Gründerszenes Schätzungen aus dem Januar, eine genaue Bestätigung der Zahlen liegt aber bisher nicht vor.

Zum Anteilskauf dürfte Axel Springer vor allem der Ausblick auf das große Werbevolumen im stationären Handel motiviert haben: „Mit KaufDa beteiligen wir uns an dem vielversprechendsten Unternehmen in der Online-Vermarktung für den stationären Handel. KaufDa hat seinen innovativen Ansatz und das Geschäftsmodell in den vergangenen beiden Jahren erfolgreich etabliert – auf dieser Basis wollen wir das Geschäft gemeinsam weiter entwickeln. Ganz besonders freuen wir uns deshalb, dass die Gründer Christian Gaiser, Tim Marbach und Thomas Frieling das Portal als ‚Unternehmer im Unternehmen’ langfristig weiter führen“, resümiert Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG.

Wie KaufDa und Axel Springer zusammen passen

Aus strategischer Sicht ist Axel Springer sicherlich ein vielversprechender Partner für KaufDa, das so seine Reichweite massiv erweitern und neue Kooperationen anstoßen kann. Entsprechend zufrieden ist auch Geschäftsführer und Mitgründer Christian Gaiser: „Mit Axel Springer bekommen wir einen Mehrheitsgesellschafter, der wie kein anderes Medienunternehmen über jahrzehntelange Expertise und Erfolg bei der klassischen Reichweitenvermarktung verfügt und auch in der digitalen Wirtschaft neue Maßstäbe setzt. Daraus ergeben sich für KaufDa künftig hervorragende Vernetzungsmöglichkeiten. Axel Springer war hierfür immer unser ‚Wunschinvestor‘.“

Im Jahr 2009 startete das Unternehmen mit Sitz in Berlin und bietet seither Händlern die Möglichkeit, lokale Angebotswerbung im mobilen und stationären Internet standortbezogen zu verbreiten. In der Realität heißt dies, KaufDa scannt Prospekte von Discountern und anderen stationären Handelsketten ein und verdient am Auruf, so denn eine Kooperation besteht – zuletzt hieß es, dass immer mehr Einzelhändler – unter ihnen die Rewe-Group und Edeka – KaufDa die Einbindung ihrer Werbeprospekte untersagen.

Finanziell unterstützt wurde KaufDa bisher von EVenture Capital Partners, T-Venture und einigen Business-Angels wie Michael Brehm, Stefan Glänzer oder Stephan Schubert und erhielt zuletzt 2009 ein Investment im „mittleren einstelligen Millionenbereich“.

Laut eigenen Angaben will es KaufDa in seinem Netzwerk auf über elf Millionen Nutzer in 12.000 deutschen Städten und Gemeinden bringen, wobei allein eine Million bereits über die mobilen Apps für iPhone, iPad und Android erreicht werden sollen. Performanceseitig kommuniziert KaufDa allerdings eher nebulös und agierte mit Phantasie-Begriffen wie “Werbevolumen”.

Im Verbund von Axel Springer wird KaufDa nun seinen Marktanteil sicher vergrößern können und kann auch noch einmal auf professionellere Erfahrungen und Zugänge bauen. Es bleibt abzuwarten, wie lange das Gründungsteam noch an Bord bleibt, so darf sich in Berlin aber erstmal über einen attraktiven Teilexit gefreut werden.