YooCoose, Telekom

Empfehlungen sind die neuen Stars in Sachen Kaufanregungen und Klickzahlen. Darauf setzt auch das Kölner Startup Yoochoose (www.yoochoose.com) mit seiner Empfehlungs-Software. Die Software untersucht plattformübergreifend die bisher betrachteten Inhalte oder Produkte und stimmt in Echtzeit weitere Empfehlungen auf die angesehenen Inhalte ab. Der internationale Software-Hersteller für Content-Management Ez Systems AS (http://ez.no/de), hat die Kölner Yoochoose GmbH nun übernommen. Damit wird der Empfehlungsdienst von Yoochoose Teil des Produktportfolios von Ez. Das norwegische Unternehmen steigt mit dem Zukauf in den Empfehlungsmarkt ein.

 

EZ will Yoochoose-Technoligie ausbauen

In Zukunft will Ez Systems AS die mit dem Kauf von Yoochoose erworbene Technologie ausbauen. Die Technologie ist ab sofort Bestandteil des Ez-Angebots. Mit der Übernahme setzt das norwegische Unternehmen auf den Empfehlungstrend und weitet sein Produktportfolio aus. Ez hilft Anwendern, einmal erstellte Inhalte mehrfach auf allen Kanälen und Ausgabegeräten im Internet und Intranet anzubieten. Durch die offenen Schnittstellen stehen „Extensions“ zur Verfügung, um zum Beispiel soziale Netzwerke, mobile Ausgabegeräte, Apps oder Drittsysteme einzubinden.

Namhafte Unternehmen und Institutionen verschiedenster Branchen wie die Finanz-Informatik der Sparkassen oder Conde Nast nutzen die Ez Publish Enterprise Edition. Der 1999 gegründete Softwarehersteller Ez steht im Mittelpunkt einer Community, die das Open Source CMS Ez Publish entwickelt. Yoochoose passt mit seiner Zielgruppe der E-Commerce- und Medienunternehmen perfekt in die Zielgruppe von Ez.

„Die Übernahme von Yoochoose war für uns ein wichtiger strategischer Schritt“, sagt Gabriele Viebach, CEO von Ez Systems AS. „Unternehmen stehen heute in der Pflicht, dem Endkunden eine anspruchsvolle Umgebung im Web zu präsentieren.“ Mit der Übernahme gehe eine bedeutende Erweiterung der Ez Publish Enterprise Plattform einher. Anwender seien auch für die Herausforderungen zukünftiger Marktentwicklungen gerüstet.

Marketing soll größere Kontrolle über Online-Darstellung bekommen

Yoochoose mit Sitz in Köln wurde im Februar 2009 als Spin-Off der Deutschen Telekom mit Software-Assets ausgestattet, die in einem über dreijährigen Forschungsprojektes unter der Leitung der Telekom Laboratories in Berlin entwickelt und zum Patent eingereicht wurden. Im September 2009 hatte Yoochoose mit dem High-Tech Gründerfonds und T-Venture (www.t-venture.de) zwei weitere Investoren überzeugt.

Die Technologie des Kölner Startups funktioniert so: während man sich zum Beispiel auf einem Musikportal die aktuellen Singles der Deutschen Hitparade anhört, analysiert die Software das Verhalten und schlägt passende Empfehlungen vor, um den Benutzer stärker zu binden.

„Anwender haben es schwer, in dem großen Angebot der Content Management Systeme eine Entscheidung zu fällen“, sagt Michael Friedmann, CTO von Yoochoose. „Unsere Integration mit EZ erlaubt dem Marketing mehr Kontrolle über die Online-Darstellung, vom strategischen Inhalt über die Empfehlung zusätzlicher Informationen wird für den Endkunden das Auffinden für ihn relevanter Informationen und Inhalte optimiert.“

Markt für Empfehlungsdienstleistungen in Bewegung

Yoochoose will die Bindung an das Warenangebot, die Verweildauer und die Identifikation mit dem Anbieter verstärken. Die  Nachrichten-Empfehlungen können bei Yoochoose mit passenden Bildern, Musik, Filmen oder Events gekoppelt werden. Zu den kunden gehören zum Beispiel E-Commerce- und Medien-Unternehmen.

Ein Konkurrent von Yoochoose ist das Startup Plista (partner.plista.com). Ein Personalisierungs- und Empfehlungsdienst, der Webseitenbetreibern und Vermarktern ebenso Content- und Advertising-Targeting-Lösungen mittels Empfehlungs- und Personalisierungstechnologie anbietet. Auch Plistas Technologie vergleicht Interessen von Internetsurfern, extrapoliert diese in Interessenscluster und bietet entsprechend verwandte Inhalte an. Die Geldeinnahmequelle unterscheidet sich hingegen bei Plista und Yoochoose: Das Plista-System selbst ist kostenlos, Geld verdient Plista durch die teilnehmenden Webseitenbetreiber, indem neben verwandten Inhalten auch Werbung eingeblendet wird. Anders als Konkurrenzt Plista setzt Yoochoose auf einen 1000er-Recommondation-Preis (von Tausenderkontaktpreis) und nicht auf Werbung in den Empfehlungen wie Plista.

Amazon zählte mit seinem „Kunden, die dies gekauft haben, kauften auch“-Ansatz lange zu den prominentesten Beispielen für den Empfehlungs-Ansatz. Auf dem Empfehlungsmarkt tummeln sich jedoch immer mehr Dienstleister. So zum Beispiel Nugg.ad, das Unternehmen ist auf die gezielte Adressierung von Online-Werbung spezialisiert, denn im Bereich des Display-Advertisings stellt ein professionelles Targeting das primäre Assett für entsprechende Conversions dar. Gekonnte Online-Vermarktung setzt hier weniger auf bunte, flackernde Banner, sondern auf ausgeklügelte Werbe-Zuordnungen. Beispiel: Allein durch eine gute Datenbank, die etwa eine Geschlechtertrennung ermöglicht, lassen sich teilweise Kampagneneffizienzsprünge im mittleren zweistelligen Prozentbereich erzielen.

Der Empfehlungs- und Personalsierungsmarkt liegt im Trend, das macht nicht zuletzt die Macht von Social-Media-Empfehlungen deutlich.