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Laut Informationen von Gründerszene übernahm dieser Tage die Otto-Tochter EOS (www.eos-solutions.com) weitere Anteile des vom Berliner Internet-Inkubator FoundersLink (www.founderslink.com) gegründeten Payment-Dienstleisters RatePay (www.ratepay.de). FoundersLink hatte bei RatePay seinen ersten vollständigen Exit und es darf wohl darüber spekuliert werden, dass EOS sich auch weiterhin aktiv bei RatePay engagieren wird.

FoundersLink mit frühem Exit bei RatePay

Nach der Übernahme der Anteile des Mitgründers Alexis Giesen Anfang des Jahres, hat EOS nun die RatePay-Anteile von Gründungsgesellschafter FoundersLink übernommen, welcher das Angebot des Mehrheitseigentümers von RatePay zu einem frühen Exit nutzte. Der aus der Feder von Oliver Beste und Fabian Hansmann (v.l.n.r. im Bild) stammende Inkubator hatte RatePay mitgegründet und hielt bis zuletzt 20 Prozent an RatePay. Diese liegen nun in der Hand der hundertprozentigen Otto-Tochter EOS. Damit verbleiben neben EOS noch die Mitgründer Miriam Wohlfarth und Michael Röbbecke mit je knapp zehn Prozent als Gesellschafter.

Bisher hielt die hundertprozentige Otto-Tochter 51 Prozent der Anteile (bzw. 61 PRozent nach dem Ausstieg von Gründer Giesen) und war damit von Beginn an als strategischer Partner bei RatePay an Bord. Das Kerngeschäft von EOS liegt im Inkasso-Geschäft, also der Eintreibung fälliger Zahlungsbeträge, womit es das Unternehmen aus Hamburg auf über 300 Millionen Euro Jahresumsatz und eine eindrucksvolle EBIT-Marge von an die 20 Prozent bringen soll.

Für FoundersLink dürfte dieser frühe Exit nach nur anderhalb Jahren überschaubar hoch gewesen sein, ist doch zu einem so frühen Zeitpunkt eher von einer Bewertung im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Millionenbereich auszugehen. Dazu wieviel Geld genau den Besitzer gewechselt hat, schweigen sich alle Beteiligten jedoch aus. Unternehmensnahe Quellen gaben Gründerszene zu verstehen, dass EOS sich ursprünglich an einer Finanzierungsrunde beteiligen wollte. Vermutlich hat der kleine Inkubator die Chance genutzt, sein Konto für die Finanzierung seiner nächsten Startup-Gründungen zu füllen. Bisher konnte FoundersLink, das unter anderem an Unternehmen wie Mister Spex (www.misterspex.de), Talentory (www.talentory.com) oder Deal United (www.dealunited.de) beteiligt ist, keinen Voll-Exit verzeichnen und hätte bei einem Halten der Beteiligung wegen des scharfen Wettbewerbs im Payment-Markt in den nächsten Jahren möglicherweise keine lukrative Möglichkeit zum Cash-in mehr gehabt.

Es brennt im Markt für Bezahldienstleister

Das Ende 2009 gegründete RatePay stellt Online-Händlern Zahlungsmöglichkeiten wie Rechnungskauf oder Ratenzahlung zur Verfügung, die sie ohne zusätzlichen Aufwand einsetzen können, wobei RatePay das Risiko eines Zahlungsausfalles und das Einsammeln der ausstehenden Gelder übernimmt. Gerade einmal vier Monate vor der Gründung von RatePay waren auch die Samwer-Brüder Alexander, Marc und Oliver mit ihrem Copycat Billpay (www.billpay.de) an den Start gegangen und gaben damit den Anstoß für deutsche Bezahlsysteme nach dem Vorbild von BillMeLater (www.billmelater.com). Auch Paymentriese PayPal ist in diesem Segment aktiv und ging über eine strategische Beteiligung an BillSafe (www.billsafe.de) eine strategische Partnerschaft ein, die klar macht, dass im Bezahldienstleister-Segment derzeit einige Musik steckt. Nicht zu vergessen die weiteren Anbieter wie etwa der skandinavische Anbieter Klarna (www.klarna.com), der auch den deutschen Markt angeht, mit einer Finanzierung von Sequoia über zehn Millionen US-Dollar.

Es geht also recht heiß her in Sachen Bezahldienstleister, besonders da sich BillSafe im Vorfeld seiner Gründung auch mit den Samwers ausgetauscht haben soll, und diese selbst wenig später mit BillPay einen eigenen Anbieter an den Start gebracht haben. Und auch an anderer Stelle zeigt sich harter Wettbewerb: RatePay-Mitgründer und -Geschäftsführer Alexis Giesen wechselte, nachdem RatePay sich von ihm getrennt hatte, wiederum zum Wettbewerber Billsafe. Auch wenn es sich bei der ein oder anderen Spitze um Hörensagen handeln mag, bewegt sich doch einiges im Segment.

Und trotz des scharfen Wettbewerbs unter den BillMeLater-Klonen engagiert sich der Mehrheitsinvestor EOS wohl weiterhin stark bei RatePay und kauft mehr und mehr Anteile zusammen. Die Mitarbeiterzahl bei RatePay ist in den letzten Monaten weiter stark gestiegen und es darf auch weiterhin von einem starken Engagement der potent aufgestellten Hamburger bei RatePay ausgegangen werden, wobei EOS-Mutter Otto mit seinen E-Commerce-Portalen einen gewissen Wettbewerbsvorteil mitbringt.