Wimdu, Finanzierungsrunde, 9Flats, Airbnb

Es scheint das Duell dieses Jahres zu werden: Kurz nachdem Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher mit 9flats (www.9flats.com) einen Klon der amerikanischen Ferienwohnungsvermittlung Airbnb (www.airbnb.com) an den Start gebracht hat, zogen auch die Samwer-Brüder nach und launchten den internationalen Klon Wimdu (www.wimdu.com). Laut Informationen von Gründerszene soll Wimdu bereits eine üppige Finanzierungsrunde abgeschlossen haben, bei der wieder ein paar alte Samwer-Bekannte investiert haben.

Wimdu soll über mehr Kapital als 9Flats verfügen

Es war Stephan Uhrenbacher, der in Sachen Finanzierung den ersten Stein geworfen hat: Mit einer Finanzierung durch eVenture Capital Partners (www.evcpartners.com) und den US-Geldgeber Redpoint Ventures (www.redpoint.com) will es der Hamburg-Fan insgesamt auf ein Finanzierungsvolumen von zehn Millionen Euro bringen. Zur Erinnerung: 9Flats und Wimdu vermitteln international Schlafgelegenheiten über das Internet und verdienen durch eine Provision an vermittelten Übernachtungsmöglichkeiten.

Nach dem Hörensagen soll Wimdu durch seine Finanzierungsrunde mehr Geld zugeflossen sein als Uhrenbacher auch nach seiner neuerlichen Finanzierung zur Verfügung steht. Ob dem wirklich so ist oder ob im Hause Samwer nur der Buschfunk Druck ausüben will, ist unklar. Doch es scheint plausibel, dass Wimdu eine entsprechende Finanzierung zugeflossen ist, soll es das Unternehmen doch in Berlin allein auf mindestens 100 Mitarbeiter bringen – weitere Teams sollen in Südamerika und Asien arbeiten, während Property-Agents den Vertrieb in einzelnen Orten übernommen haben.

Bei der Wahl der Investoren, stellt sich die Frage, wer solche Summen für eine de facto noch nicht wirklich existente Seite aufbringen kann. Insofern kommt in diesem Szenario praktisch nur Investment AB Kinnevik (www.kinnevik.se) in Frage und Gründerszene-Informationen zufolge soll auch Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) bei der Wimdu-Finanzierung partizipiert haben. Im Handelsregister lässt sich die Finanzerung noch nicht nachvollziehen, auch da ein Holding-Konstrukt mit verschiedenen Länder-Firmen besteht, doch dass Kinnevik und Holtzbrinck bei dieser umfangreichen Finanzierung teilnahmen, darf als sehr wahrscheinlich gelten.

Wimdu gibt international Gas

Ein so umfangreicher Finanzierungsrahmen ist eine deutliche Ansage, die darauf schließen lässt, dass der Airbnb-Ansatz in diesem Jahr eines der Fokusthemen im Hause Rocket Internet (www.rocket-internet.de) (dem Inkubator der Samwers) darstellt. Derzeit leiten Arne Bleckwenn und Hinrich Dreiling das Wimdu-Projekt und es darf also davon ausgegangen werden, dass in Sachen Marketing und Akquise richtig Gas gegeben wird, was die Luft für 9Flats und Airbnb dünner macht.

Dabei ist das Thema Wohnen auf Zeit gar nicht so neu: Auch ImmobilienScout24 (www.immobilienscout24.de) ist seit längerem mit einem entsprechenden Ansatz aktiv, während Airbnb immerhin schon seit August 2008 aktiv ist. Insgesamt dürfte die Vermittlung von zeitlich begrenzten Wohnunterkünften sicher kein Winner-takes-it-all-Markt sein und das wechselseitige Marketing führt dazu, dass der Markt als Ganzes breiter etabliert wird. Die Konkurrenz der verschiedenen Anbieter befruchtet also insgesamt auch das Geschäft, dennoch dürfte es für Schweißperlen sorgen, wenn der Samwer-Clan gut finanziert ein Thema mit viel Akquisepower angeht.

Das Geschäftsmodell von Wimdu präsentiert sich dabei als solide. Was den Wimdu-Ansatz attraktiv macht ist der Umstand, dass er direkt weltweit betrieben werden kann. Wimdu funktioniert nicht wie ein Zalando (www.zalando.de), das jeden Markt mühsam erschließen muss. Inventar in New York kann direkt in mehreren Sprachen beworben werden und auch wenn Wimdu keinen Massenmarkt wie Groupon CityDeal (www.groupon.de) anspricht, geht es dennoch ein großes Marktsegment an, das mit einer Basis schnell erschlossen werden kann. Gebühren von zehn bis 15 Prozent auf die Buchungswerte und ein guter Customer-Lifetime-Value dank Wiederholungskunden macht das Ganze dann sicherlich auch auf dem Papier attraktiv.

Das umfangreiche Kapital wird also zum einen sicherlich in Akquise-, Marketing- und Online-Marketing-Themen investiert werden, gleichzeitig dürfte aber auch die Wimdu-Seite noch weiter verbessert werden, um dem systematischen Marketing gerecht zu werden. Schon jetzt gab es ein erstes Redesign und für die Zukunft gilt es sicherlich SEO- und SEM-Traffic noch besser umwandeln zu können, was weitere Produkt-Veränderungen und weitere Features mit sich bringen könnte.

Bildmaterial: Alvimann
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