Cashboard

Die Cashboard-Gründer André Holdschick, Stephan Henker, Robert Henker und Marius Schulze (von links).

Nachdem Cashboard drei Wochen lang versuchte, die Insolvenz abzuwenden, musste die Berliner Anlageplattform heute doch den Gang zum Amtsgericht antreten. Das bestätigte Mitgründer und CEO Robert Henker gegenüber Gründerszene. 

Bis kurz vor der Insolvenzanmeldung hätten sich die Berliner in Gesprächen mit Investoren befunden, die sehr weit fortgeschritten gewesen sein sollen, so Henker. Zu einem Vertragsabschluss sei es dann aber doch nicht gekommen, zu den Details hält sich der CEO bedeckt. „Wir sind auf den letzten Metern gescheitert“, so Henker.

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Der Grund für die drohende Zahlungsunfähigkeit sei die Wachstumsstrategie gewesen, die nur durch Fremdfinanzierung zu stemmen sei. Die Einnahmen durch die Kunden hätten dazu nicht ausgereicht, denn im Gegensatz zur Konkurrenz verzichtet Cashboard auf Fixkosten, wie etwa Kontoführungsgebühren. Von seinen zuletzt mehr als 10.000 Kunden verlangte Cashboard lediglich eine Gewinnbeteiligung von zehn Prozent ab einer Mindestrendite von zwei Prozent.

Wie es mit dem Unternehmen nun weiter gehe, werde sich in den nächsten Wochen entscheiden, so Henker. Das Geld der Kunden sei von der aktuellen Situation allerdings nicht betroffen, so der Gründer. Das Geld liege mit Einlagensicherung direkt bei den Banken und anderen Finanzdienstleistern, mit denen Cashboard arbeitet.

Bekannte Investoren sind beteiligt

Vor etwa drei Jahren hatte das 2010 gegründete Unternehmen seine Strategie geändert und begonnen, sich ganz auf seine Anlage-Plattform zu konzentrieren. Über diese können Kunden ihr Geld mit unterschiedlichen Risiken anlegen, um so die Rendite zu erhöhen.

Das Startup der vier Gründer André Holdschick, Stephan Henker, Robert Henker und Marius Schulze sammelte zu Beginn mehrere hunderttausend Euro von der Crowd ein, kaufte sie 2015 für 500.000 Euro aber wieder heraus. Später stiegen bekannte Investoren wie Digital Space Ventures, EarlybirdMakers oder 500 Startups mit einem Millionenbetrag ein.

Bild: Cashboard; Mitarbeit: Christina Kyriasoglou