88 Millionen Dollar für Delivery Hero

85 Millionen US-Dollar in der Serie F

Erst im Januar hatte der Berliner Lieferdienstvermittler Delivery Hero eine gewaltige 88-Millionen-Dollar-Finanzierung einstreichen können – nun wird noch einmal kräftig nachgelegt: 85 Millionen US-Dollar bekommt Delivery Hero in der Serie-F-Finanzierungsrunde von Altinvestoren sowie einem zunächst nicht namentlich genannten „großen Investmentfonds, der sechs Milliarden Dollar verwaltet“, so das Unternehmen.

Nach Gründerszene-Informationen handelt es sich bei dem Investor um den New Yorker Hedgefonds Luxor Capital Group. Ein Delivery-Hero-Sprecher wollte die Information am Mittwoch nicht bestätigen.

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„Wir haben nach einem Investor Ausschau gehalten, der eine  langfristige Vision für den Markt hat, und gleichzeitig die finanziellen Möglichkeiten mitbringt, bei Bedarf auch weiteres Kapital einzusetzen“, lässt sich Delivery-Hero-CEO Niklas Östberg zitieren. „Wir schätzen uns glücklich, einen solchen Investor gefunden zu haben.“

Insgesamt hat Delivery Hero seit 2011 damit 285 Millionen US-Dollar eingesammelt. Schon nach der letzten Finanzierungsrunde kündigte sich an, dass das Unternehmen schnell mit der nächsten Runde nachziehen würde – weil sich die konkurrierenden Lieferdienste kaum voneinander unterscheiden, kostet die Profilierung über das Marketing viel Geld.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Delivery Hero: 88 Millionen Dollar – und nun?

Das frische Kapital soll laut Delivery Hero vor allem für das Wachstum in Schlüsselmärkten verwendet werden – der Fokus liegt dabei auf Lieferheld, dem Deutschland-Ableger von Delivery Hero. Hierzulande sieht sich der ursprünglich von Team Europe angeschobene Lieferdienstvermittler seit kurzem verstärkter Konkurrenz gegenüber: Lieferservice.de und Lieferando werden im Zuge der Übernahme von Lieferando durch Takeaway.com, der niederländischen Mutter von Lieferservice.de, zusammengelegt.

Delivery Hero kündigt an, nun eine „millionenschwere Marketingoffensive“ anstoßen zu wollen und einen dauerhaften 25-Prozent-Rabatt auf ausgewählte Restaurants einzuführen. Deutschland ist ein wichtiger Markt für Delivery Hero – fast 25 Prozent seines Umsatzes erzielt das Unternehmen hier, verriet Östberg kürzlich im Gründerszene-Interview. Gegenüber TechCrunch sagte der Delivery-Hero-CEO, die Rabattaktion sei „ein erster Schritt um unsere Position in Deutschland zu verteidigen“.

Östberg kündigte zudem an, noch in dieser Woche einen Media-Deal für Deutschland „im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“ bekannt geben zu wollen. Nach Informationen von Gründerszene sollen für die Media-Leistung keine Unternehmensanteile abgegeben werden – das heißt, ein signifikanter Teil des jüngst aufgenommenen Geldes würde gleich wieder für den Media-Deal ausgegeben werden. Wie der Berliner Tagesspiegel schreibt, soll es sich um eine Vereinbarung mit der Sendergruppe ProSiebenSat.1 handeln.

Update, 30. April 2014: Die geplante öffentliche Bekanntgabe des Media-Deals fällt offenbar aus. Auch die konkrete Summe wollen die Beteiligten nicht kommunizieren. Ein Delivery-Hero-Sprecher bestätigte aber, „dass Lieferheld einen Media-Deal abgeschlossen hat, der uns Media-Leistungen im hohen zweistelligen Millionenbereich in den Jahren 2014 bis 2016 sichert“.

Das Unternehmen ist derzeit neben Deutschland in 13 weiteren Ländern präsent; es beschäftigt 750 Mitarbeiter, davon 340 in der Berliner Zentrale. Zu den Investoren zählen neben Team Europe Insight Venture Partners, Kite Ventures, ru-Net, Tengelmann Ventures, Holtzbrinck Ventures, Point Nine Capital, Kreos Capital und Phenomen Venture.

Bild:Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Mark Turnauckas; Disclaimer: Team Europe ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier: www.vmpublishing.com.