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Mit Jabong betreibt die Fashion-Gruppe einen Zalando-Klon in Indien

Die Global Fashion Group (GFG) ist einer der Hoffnungsträger von Rocket Internet. Die unter dem Dach der GFG zusammengefassten Zalando-Klone für Schwellenländer zählen zu den neun wichtigsten Ventures der Berliner Unternehmensschmiede. Bei einem Umsatzwachstum von 48 Prozent im Jahr 2015 könnte die Mode-Gruppe sogar eines der ersten profitablen Portfolio-Unternehmen werden, hofft man bei Rocket.

Allerdings scheint die Gruppe in Geldnöten zu sein: Mit einem Überbrückungsinvestment von bis zu 300 Millionen Euro durch die Altgesellschafter soll das Wachstum aufrecht erhalten werden. Bis zu 100 Millionen Euro verspricht dabei Rocket selbst. Der Rest soll größtenteils von Investment AB Kinnevik kommen.

Update, 22. Juli 2016: Rocket Internet meldet nach der Ankündigung im April nun den Vollzug: Insgesamt 330 Millionen Euro fließen in die Global Fashion Group, investiert haben bestehende Gesellschafter. Von Rocket Internet selbst kommen 68 Millionen Euro. Über Rockets Capital Partners Fonds kommt weiteres Geld.

Wie TechCrunch berichtet, hatte das Rocket-Unternehmen Schwierigkeiten beim Fundraising: Demnach traf sich der GFG-Chef mit mehr als 90 Investoren, aber habe keinen „Penny“ bekommen, zitiert das Online-Magazin einen Insider. Insgesamt kamen laut TechCrunch 300 Millionen von Kinnevik und Rocket – und nur 30 Millionen von anderen Investoren, darunter Rockets Capital Partners Fonds.

Die erste Version des Textes ist am 27. April 2016 erschienen.

Partiell gibt es von den Schweden aber erst einmal nur ein Gesellschafterdarlehen, wie aus den Quartalsunterlagen erkenntlich wird. Die Investoren scheinen sich noch nicht sicher zu sein, wohin die Reise gehen soll, schreibt Exciting Commerce. Auffällig: Die Bewertung gibt Rocket derzeit nur noch mit einer Milliarde Euro an, während es vor einem Jahr noch über drei Milliarden Dollar gewesen sein sollen.

Zuletzt wuchsen besonders die lokalen Ableger Namshi im Nahen Osten (162 Prozent), Zalora in Südostasien (78 Prozent) und Lamoda in Russland (68 Prozent) stark, wie aus den jüngsten Rocket-Geschäftszahlen für 2015 hervorgeht. Auch der GFG-Vorstandsvorsitzende Romain Voog gibt sich bewusst positiv: „Im ersten Quartal 2016 haben wir signifikanten Fortschritt gemacht, die Profitabilität der GFG zu verbessern.“ Die operativen Verluste sollen im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich verringert worden sein, was zu einer Verbesserung der bereinigten Ebitda-Marge von zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr geführt haben soll.

Das letzte Geld bekam die Ende 2014 formierte Gruppe vor einem Jahr: 150 Millionen Euro schoben Rocket und Kinnevik im Juli 2015 in die GFG. Damals wurde gemutmaßt, es könnte die letzte Finanzierungsrunde vor einem möglich Börsengang sein. Um die IPO-Gerüchte ist es zuletzt allerdings still geworden. Auch die Verkaufsverhandlungen des indischen GFG-Ablegers Jabong scheinen ins Stocken geraten zu sein. Dafür soll sich Zalora für einen zweistelligen Millionenbetrag gerade von zwei seiner insgesamt zehn Länder (Vietnam und Thailand) getrennt haben. Käufer ist die thailändische Central Group, die zur Chirathivat-Familie gehört, der drittreichsten in Thailand, schreibt Reuters.

Bild: Jabong/Screenshot Youtube