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Investorenbuhlen in Berlin

Dass man sich im Inkubator-Hauptquartier an der Berliner Johannisstraße und am Starnberger See, dem Wohnsitz der Samwer-Brüder, längst für einen Börsengang von Rocket Internet noch in diesem Jahr entschieden hat, darf wohl als gesichert gelten. Auch wenn es wenn es von der Startup-Schmiede selbst noch immer keine offizielle Ankündigung dazu gibt.

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Denn derweil scheinen die IPO-Vorbereitungen immer konkreter zu werden: Derzeit werden offenbar mögliche Investoren auf einen geplanten Börsengang in Frankfurt eingeschworen. Für den gestrigen Mittwoch, so berichtet das Wall Street Journal, wurden mögliche Investoren zu einer Präsentation nach Berlin eingeladen, um Details über den Gang auf das Parkett in diesem Jahr vorzustellen.

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Dass es noch in diesem Jahr einen IPO geben könnte, war zuvor bereits verschiedentlich zu hören. Zwischen drei und dreieinhalb Milliarden Euro wolle der Samwer-Inkubator Gerüchten zufolge im Rahmen der Erstnotierung einnehmen.

Sollte Frankfurt tatsächlich als Börsenplatz gewählt werden, dürfte der nicht gesetzlich regulierte „Open Market“ das Ziel sein, womöglich ganz konkret das Segment Entry Standard der Deutschen Börse. Entsprechendes will auch das WSJ von einem Insider gehört haben. Auf diese Weise ließen sich die strengen Transparenzvorschriften des regulierten Marktes umgehen – traditionell hält man sich zu geschäftlichen Details bei Rocket Internet gerne sehr bedeckt. Daran ändert auch nichts, dass Oliver Samwer, der Kopf hinter Rocket Internet und seit kurzem auch Vorstandsvorsitzender, sich derzeit auf Kuschelkurs mit den Medien befindet.

Der Börsengang wird von den US-Instituten JP Morgan, Morgan Stanley sowie der Privatbank Berenberg begleitet, wie aus dem Unternehmensumfeld verschiedentlich zu hören ist. Interessant dabei: Die jüngste Investorenkonferenz soll auf – noch? – neutralem Boden in den Räumen der Deutschen Bank stattgefunden haben. Gut denkbar, dass das Frankfurter Geldhaus auf die ein oder andere Art und Weise am Börsengang mitverdienen möchte.

Auch für ihr Vorzeigeprojekt Zalando suchen die Samwer-Brüder dem Vernehmen nach Aktionärskapital. Hier wurde zuletzt allerdings die US-amerikanische Technologiebörse Nasdaq als möglicher Handelsplatz kolportiert. Begleitet wird der Modehändler neben JP Morgan und Morgan Stanley dabei von der US-Großbank Goldman Sachs.

Bild: Rocket Internet