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„Keine Beleidigung einer Person“

Von einem rauen Umgangston war die Rede, von ziemlich heftigen Emails und Chat-Nachrichten. Mehrere Manager sollen das Hamburger Startup Kreditech deshalb in den vergangenen Monaten verlassen haben. Besonders CEO und Gründer Sebastian Diemer soll laut Insidern zu verbalen Ausfällen geneigt haben.

Eine Mitarbeiterin etwa habe „Zeit verschwendet“, weil sie ein Projekt nicht am Wochenende – und damit außerhalb der Wochenarbeitszeit – zu Ende gebracht habe. Diemer soll darauf laut einem Chat-Protokoll, das Gründerszene vorliegt, so reagiert haben: „Are you fucking kidding me? Please tell me this is a fucking joke! You waste 4 fucking days.“ Kreditech hält diesen Ton für nicht beleidigend: Die „angebliche Verwendung des Wortes ‘fucking’ stellt im von Ihnen behaupteten Kontext ersichtlich keine Beleidigung einer Person dar.“

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Aber die Angelegenheit scheint das Management bei Kreditech doch etwas intensiver zu beschäftigen. Sebastian Diemer äußerte sich zu den Vorwürfen. Und in einem Video, das Diemer vor einigen Wochen auf seinem Facebook-Profil veröffentlichte, beschießen sich Kreditech-Mitarbeiter in ihrem Büro mit Nerf Guns und skandieren immer wieder: „Are you fucking kidding me!“ Das sollte wohl die gute Laune, lockere Stimmung und eine selbstironische Souveränität im Umgang mit den Vorwürfen dokumentieren – wirkte nur leider etwas aufgesetzt.

Jetzt gibt es „Are you fucking kidding me“ auch zum Kaufen und Anziehen. Der Spruch ziert einen Kapuzenpullover und ein T-Shirt. In blauer Schrift auf grauem Stoff. „Vom Skandal zum Kult“, heißt es auf der Shop-Website, die außer diesen beiden Textilien nichts im Angebot hat. Angemeldet wurde die Website von der Firma Gestaltungsquartier 207 aus dem Mecklenburger Örtchen Vellahn, eine offizielle Verbindung zu Kreditech gibt es nicht. Aber CEO Sebastian Diemer macht auf Facebook fleißig Werbung für die Merchandise-Artikel.

Eine schöne Idee – und der erneute Versuch, mit Souveränität und Selbstironie auf Anschuldigungen zu reagieren. Bleibt zu hoffen, dass ein lustiges Video und bedruckte Oberbekleidung ausreichen, um etwaige Missstände bei Kreditech zu beheben.

Foto: Screenshot a-y-f-k-m.com