German Startups Group Samios Gerlinger

Wollten mit dem IPO 61,6 Millionen Euro einnehmen: GSG-COO Nikolas Samios und CEO Christoph Gerlinger

Am Ende wurden nicht genug Aktien verkauft: Die German Startups Group sagt ihren ursprünglich für den 17. Juli geplanten und dann um eine Woche verschobenen Börsengang ab. 61,6 Millionen Euro hatte die Beteiligungsgesellschaft eigentlich mit dem IPO einnehmen wollen – danach sollte die German Startups Group 83,25 Millionen Euro schwer sein. Doch es kam ganz anders: Trotz verlängerter Road-Show fanden sich nicht genug Investoren, die sich von dem Modell überzeugen ließen.

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In einer Meldung macht die German Startups Group vor allem ein „fragiles Kapitalmarktumfeld“ in den vergangenen Wochen für die IPO-Absage verantwortlich. Aus ähnlichen Gründen hatten zuletzt auch die „Street One“-Holding CBR aus Celle und der bayerische Solar- und Windradbetreiber Chorus Clean Energy ihre IPOs abgesagt.

Vom weiteren Börsenumfeld – die Aktien von Windeln.de und zuletzt insbesondere Rocket Internet haben beide seit der Listung deutlich an Wert verloren – hatte sich die German Startups Group eigentlich nicht beeindrucken lassen wollen. Auch nicht von Marktunsicherheiten durch die wacklige Zukunft des Euroraums. Die Erfolge des eigenen Portfolios seien nicht abhängig von der Entwicklung in Griechenland, hatte Christoph Gerlinger zuletzt noch zuversichtlich betont.

Die Einschätzung, sich gegen dar Marktumfeld behaupten zu können, sei „offenbar etwas zu optimistisch“ gewesen, resümiert der Gründer und CEO der German Startups Group nun gegenüber Gründerszene. Man sei aber nicht bereit gewesen, wegen eines „unglücklichen Timings Abstriche beim Volumen oder dem Angebotspreis der Aktien“ zu machen. Eine weitere Verlängerung der Angebotsfrist sei „aufgrund der beginnenden Urlaubszeit nicht mehr in Frage“ gekommen.

Um möglichst viele Interessierte als Anleger gewinnen zu können, hatte man sich etwas Besonderes ausgedacht: Wer das Papier zeichnen wollte, konnte das über die Webseite der German Startups Group tun. Doch offenbar sind auch über diesen Weg nicht genug Aktien abgegeben worden. Um einen erfolgreichen IPO machen zu können, müssen mehr Anteilsscheine verkauft werden als zur Verfügung stehen, damit auch nach der Erstnotiz noch länger Nachfrage besteht.

Aufgegeben habe er das Thema Börse noch nicht, so Gerlinger weiter. Im Herbst etwa könne man einen neuen Versuch wagen, sofern das Umfeld stimme. „Wir werden das Kapitalmarktumfeld in den kommenden Wochen und Monaten genau beobachten, um unsere Pläne unter geeigneten Umständen auch flexibel und kurzfristig wieder aufzunehmen.“ Damit der IPO dann funktionieren kann, wird man beim Startup-Investor wohl vorab noch intensiver mit möglichen Investoren verhandeln müssen. Auch um das Modell der Beteiligungsgesellschaft zu verdeutlichen.

Auf 40 aktive Investments verweist die German Startups Group, die zum Teil indirekt gehalten werden. Im Portfolio befinden neben dem Kunst-Shop Juniqe oder dem Putzhilfen-Vermittler Book a Tiger auch die Startup-Stars Delivery Hero oder SoundCloud. Bei letzteren liegen die Beteiligungen im Promille-Bereich. Zwei Exits hat der Investor in den vergangenen Monaten vermeldet: Im Oktober 2014 ging der Mobilwerber Fyber für einen wohl niedrigen dreistelligen Millionenbetrag an ein internationales Medienunternehmen. Im Frühjahr dieses Jahres wurde dann der Sex-Shop Amorelie mehrheitlich von ProSiebenSat.1 übernommen.

Bild: German Startups Group