Windeln.de ipo

Sie gründeten Windeln.de 2010 nach dem Vorbild des US-Startups Diapers.com: Alexander Brand, Dagmar Mahnel und Konstantin Urban (von links)

Der Münchner Babyartikel-Versender Windeln.de plant – je nach Marktumfeld – noch in diesem Jahr den Gang an die Börse. Das hat das Unternehmen am Freitagmorgen bekannt gegeben und damit entsprechende Gerüchte bestätigt.

Windeln.de strebe eine Zulassung der Aktien im regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse an, so das Unternehmen. In diesem Segment war 2014 auch der Fashion-Versender Zalando gestartet.

Vorgenommen hat sich Windeln.de ein Emissionsvolumen von bis zu 200 Millionen Euro: 100 Millionen Euro sollen durch eine Kapitalerhöhung eingenommen werden, weitere 80 Millionen durch den Verkauf von Anteilen bestehender Gesellschafter. Bis zu 20 Millionen könnten bei Ausübung der Mehrzuteilungsoption durch die beteiligten Banken hinzukommen.

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Begleitet wird der IPO von einem Bankenkonsortium aus Bank of America Merrill Lynch, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Berenberg sowie der Commerzbank. Die Aktie von Windeln.de soll neben Frankfurt auch in Luxemburg gehandelt werden, außerdem seien Privatplatzierungen in weiteren Ländern geplant, so das Unternehmen.

Alle wesentlichen Altgesellschafter sollen auch nach dem Börsengang investiert bleiben. Dazu zählen neben den Gründern DN Capital, Acton Capital, MCI und 360 Capital, außerdem Goldman Sachs und die Deutsche Bank, die erst Mitte Januar eine Finanzierungsrunde von 45 Millionen Euro anführten. Die Deutsche Bank war bereits 2014 eingestiegen. Windeln.de hat bislang in jedem Jahr seit der Gründung – erst 2010, dann 2011, auch 2012, ebenso 2013 und schließlich 2014 – eine Finanzierungsrunde abschließen können.

Der Börsengang sei „der nächste logische Schritt, da wir somit eine noch stärkere Ausgangsposition schaffen, um das langfristige Wachstum unseres Unternehmens zu beschleunigen“, kommentiert Firmengründer Alexander Brand. Zwischen 2012 und 2014 betrug laut Brand die durchschnittliche jährliche Umsatzwachstumsrate 117 Prozent, seit 2014 sei das Kerngeschäft von Windeln.de profitabel. Bislang schreiben offenbar nur noch der schweizerische Ableger sowie der eigene Shopping-Club Windelbar leichte Verluste.

Erst Anfang April hatte Windeln.de einen neuen Finanzvorstand an Bord geholt: Der Investmentbanker Nikolaus Weinberger kam von Goldman Sachs, er dürfte nun vor allem mit der Vorbereitung des Börsengangs zu tun haben.

Bild: Windeln.de