Beispielkoffer von Project Z, dem Curated-Shopping-Dienst von Zalando

Acqui-Hire: Zalando übernimmt Txtr-Entwickler

2.000 Stellen will Berlins Fashion-Riese Zalando europaweit schaffen, das kündigte Finanzvorstand Rubin Ritter vergangene Woche bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen an. „Wir werden jetzt nicht den Fuß vom Gas nehmen.“ Um die anvisierten 10.000 Mitarbeiter zu erreichen, setzt Zalando inzwischen auch auf Akquisitionen. Jüngstes Beispiel: der Aufkauf des Hamburger Adtech-Startups Metrigo.

Nun folgt die nächste – wenn auch vergleichsweise kleine – Übernahme: Zalando schluckt in einem Acqui-Hire große Teile des Entwicklerteams der insolventen Berliner E-Reading-Plattform Txtr. Das Startup des bekannten Investors Christophe Maire hatte im Januar Zahlungsunfähigkeit angemeldet.

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Insgesamt 15 Entwickler, Test Engineers, UX-Spezialisten und Produktmanager wechseln Anfang April zu Zalando. Sie werden angeführt vom bisherigen COO Ulf Stahrenberg und verstärken bei Zalando die Abteilung Project Z, die an einem Stylisten-Service à la Outfittery oder Modomoto arbeitet. Für das Team hätten mehrere Angebote vorgelegen, so Stahrenberg gegenüber Gründerszene, Zalando habe aber nebem dem besten Angebot „die interessanteste Mission und die beste Arbeitsumgebung und Firmenkultur geboten“. Welche „Ablösesumme“ Zalando für das Team zahlt, ist nicht bekannt.

Offen bleibt zunächst auch, was mit der Technologie, dem laufenden Betrieb und der Kundenbasis von Txtr passieren wird. Nach Informationen von Gründerszene soll aber ein deutsches Unternehmen an den übrigen Assets interessiert sein und deren Übernahme planen.

Zalando-Aktionäre machen Kasse

Währenddessen wurde am Dienstagabend bekannt, dass sich mehrere Zalando-Großaktionäre von einem 434 Millionen Euro starken Aktienpaket trennen wollen. Das entspricht 17,9 Millionen Aktien oder einem Unternehmensanteil von 7,3 Prozent. Zu den Verkäufern gehören die Samwer-Brüder (über die Global Founders GmbH, dem ehemaligen European Founders Fund), Holtzbrinck VenturesAccess Industries und Rocket Internet. Auch einige Zalando-Mitarbeiter, unter anderem Vorstand Rubin Ritter, platzieren Aktien in Höhe von knapp zwölf Millionen Euro. Mehr Streubesitz erhöht die Chancen Zalandos, in den MDax aufgenommen zu werden.

Der größte Zalando-Anteilshaber nimmt hingegen nicht an der Platzierung teil: Kinnevik hält weiterhin 32 Prozent. Gemeinsam mit weiteren Großaktionären wie Anders Holch Povlsen vereinbarte Kinnevik zudem eine Verlängerung der Haltefrist eigener Anteile bis Ende Juni 2015.

Bild: Zalando