„Wir hatten lange mit Altware zu kämpfen“

Die Onlineshop-Gruppe 7Trends-Enamora will ihren Mode-Shop 7Trends neu ausrichten. Bislang wurden über 7Trends nur Mode-Restposten verkauft, der Hauptfokus der Shop-Gruppe lag auf dem Wäsche-Shop Enamora. Nun soll 7Trends zu einem Shop für Accessoires und Taschen aufgewertet werden.

„Wir hatten bei 7Trends-Enamora lange mit Altware zu kämpfen“, erklärt Geschäftsführer Enrico Renz gegenüber Gründerszene. Diese habe man in den letzten anderthalb Jahren über 7Trends veräußert. Im April sei der Abverkauf erfolgreich abgeschlossen worden, daher sei es nun sinnvoll, sich bei 7Trends auf einen bestimmten Bereich – Accessoires und Taschen – zu fokussieren. Die Seite habe derzeit 200.000 bis 300.000 Besucher im Monat, so Renz gegenüber Internetworld.

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Das Hauptaugenmerk des Berliner Unternehmens bleibe weiterhin Enamora, sagt Renz, grundsätzlich wolle man sich bei 7Trends-Enamora jedoch „vermehrt auf die Frau“ fokussieren: „Das ist erst einmal eine Testphase, grundsätzlich sind auch andere Plattformen denkbar, die in Richtung Beauty gehen“, erläutert Renz. Die beiden Webshops Enamora und 7Trends seien bereits eng miteinander verknüpft, vorstellbar sei auch, diese Vernetzung so auszubauen, dass man für mehrere Plattformen nur einen Warenkorb habe. Ein solches Kozept hat zum Beispiel die Otto-Tochter MyToys mit ihrem Multishop-Ansatz umgesetzt.

7Trends war 2009 als Online-Boutique des Inkubators Rocket Internet live gegangen, etwa zeitgleich mit dem ebenfalls vom Samwer-Inkubator aufgesetzen Shop Enamora. Im Jahr 2010 wurden die beiden Shops – auf Betreiben der Investoren Rocket Internet und Holtzbrinck – zusammengelegt. Im Frühjahr 2012 stiegen die Investoren jedoch aus und verkauften ihre gesamten Anteile. Die beiden Gründer Jochen Heemann und Sebastian Sieglerschmidt wechselten in den Beirat, neuer Geschäftsführer wurde der Manager Heinz Thünemann, der das Unternehmen wieder auf Kurs bringen sollte.

7Trends-Enamora fokussierte sich in der Folge auf Dessous. 7Trends und die ebenfalls zur Onlineshop-Gruppe gehörende Stilberatungsplattform Mystylist wurden stark zusammengeschrumpft, zahlreiche Mitarbeiter wurden entlassen. Im September 2012 hatte es Gerüchte gegeben, die Einstellung beider Shops sei bereits geplant. Mystylist wurde im Oktober 2012 tatsächlich geschlossen, 7Trends hielt sich hingegen – als Restposten-Shop.

Thünemann verließ das Unternehmen bereits nach einem Dreivierteljahr. Ihm folgte als Geschäftsführer Enrico Renz, der 7Trends-Enamora nun seit anderthalb Jahren führt. Seitdem habe man „die Firma noch einmal komplett auf den Kopf gestellt“, so Renz. Das Unternehmen habe nun eine eigene Logistik und ein eigenes Lager, außerdem habe man die Retourenquote verbessern können. „Wir haben mit Enamora im ersten Quartal den Break-Even erreicht und setzen jetzt den Fokus auf Internationalisierung und solche Themen wie die Personalisierung unseres Angebots.“

Bild: © panthermedia.net/Anna Kvach