Rocket Internet Firmenzentrale HQ

Die Berliner Firmenzentrale von Rocket Internet

IPO-Gerüchte um Rocket Internet

Es ist nicht das erste Mal, dass entsprechende Gerüchte aufkommen: Laut einem Bloomberg-Bericht vom Wochenende soll der Berliner Company Builder Rocket Internet einen Börsengang planen. Noch dieses Jahr soll es so weit sein, den IPO in Frankfurt würden die Privatbank Berenberg sowie die Investmentbanken JPMorgan Chase & Co. sowie Morgan Stanley begleiten, heißt es.

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Wie schon zuvor wollte sich der Inkubator der Samwer-Brüder nicht zu den Gerüchten äußern. Dem Bericht zufolge soll das angestrebte Volumen bei über drei Milliarden Euro betragen. Mehr als zwei Milliarden Euro an externen Investitionen sind schon jetzt in den 2007 von Alexander, Marc und Oliver Samwer gegründeten Company Builder und seine Holdinggesellschaften geflossen.

Gestützt werden die IPO-Gerüchte unter anderem vom jüngsten Zugang beim Samwer-Inkubator. Vor wenigen Tagen erst wurde bekannt, dass mit Peter Kimpel ein langjähriger Goldman-Sachs-Banker als zusätzlicher Finanzmanager an Bord geholt wurde. Ein Börsengang würde für das sehr stark verflochtene Rocket-Konstrukt allerdings eine ganze Reihe an Änderungen erfordern. Finanziert wird der Inkubator neben den drei Unternehmerbrüdern von Access Industries und dem schwedischen Investor Investment AB Kinnevik – der gerade erst Teile seines Anteilspakets in direkte Beteiligungen bei den Spartenholdings umgewandelt hat.

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Mehr als 70 Unternehmen führt Rocket Internet derzeit im Portfolio. Der Großteil davon sind Varianten des eigenen Zalando-Konzepts oder Klone des E-Commerce-Giganten Amazon.

Aktiv in Märkten von Indonesien über Elfenbeinküste bis Brasilien zielt der Company Builder dabei insbesondere auf aussichtsreiche Wachstumsmärkte, in denen bislang keine Wettbewerber aktiv sind – und setzt somit auf das Potenzial der Regionen.

Prestigeprojekt von Rocket Internet bleibt derweil der Onlinehändler Zalando – auch wenn der Samwer-Inkubator nur noch mit einem winzigen Teil an seinem Vorzeige-„Startup“ beteiligt ist. Über ihren European Founders Fund gehört den Brüdern allerdings weiterhin gut ein Sechstel von Zalando, das dem Vernehmen nach ebenfalls kurz vor einem Börsengang steht.


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Lea-Sophie Cramer war eine der jüngsten Mitarbeiterinnen im Rocket-Umfeld. 2009 schloss die jetzt 27-jährige ihr BWL-Studium ab, war Beraterin bei der Boston Consulting Group und leitete für Rocket anschließend als Vice President International den asiatischen Groupon-Markt. Mittlerweile ist sie für das Startup Amorelie bekannt. Den Erotik-Online-Shop gründete sie Ende 2012 zusammen mit Sebastian Pollok.