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Zwei Themen sind in der Berliner Startup-Szene gerade besonders angesagt. Eines ist die Pflege. Mehrere Startups drängen zurzeit auf den Markt, die Investoren geben das erste Geld – und auch Rocket Internet ist mit einem eigenen Venture gestartet. Die Internetschmiede vermittelt mit ihrem Startup online Pflegekräfte. Gründerszene berichtete vor einigen Monaten bereits über Pflegetiger und die deutschen Wettbewerber. Mittlerweile ist es offiziell, dass Rocket hinter dem jungen Pflege-Unternehmen steckt, wie auf der Homepage des Company Builders vermerkt ist.

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Auch bei dem zweiten angesagten Thema – der App-Entwicklung – tritt Rocket mit einem eigenen Venture an: Launchcircle heißt das neue Unternehmen. Das Manager Magazin hatte die Pläne bereits erwähnt, seit wenigen Tagen ist die Website nun online. Öffentlich will sich Rocket Internet erst Anfang des kommenden Jahres zu dem Startup äußern.

Durch die Website lässt sich das Modell hinter Launchcircle jedoch bereits erkennen. Es ist eine Kopie des bekannten Y-Combinator-Startups Gigster, das über eine Plattform Programmier-Aufträge für Apps vermittelt und diese mithilfe von künstlicher Intelligenz vereinfachen will. Die eigentliche Programmierarbeit leisten dann Freiberufler.

Rockets Launchcircle hat einen ähnlichen Ansatz: In fünf Schritten sollen die Kunden von einem Kostenvoranschlag bis zur fertigen App gelangen, sie können dabei zwischen Mobile- oder Web-Anwendungen wählen.

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Das Tech-Team von Rocket wird eingespannt

Im Unterschied zu Gigster wird sich wohl das Tech-Team von Rocket um die Aufträge kümmern. Mehrere Hinweise deuten darauf hin: Denn obwohl es das Unternehmen erst wenige Wochen gibt, schreibt das Startup auf seiner Homepage: „Launchcircle entwickelt seit Jahren großartige Produkte.“ Als Erfolgsbeispiel wirbt das Unternehmen mit Foodora, das Rocket gekauft und an Delivery Hero weitergereicht hat. Auch die beiden Rocket-Ventures Lycke und Carspring sind aufgeführt.

Im Vergleich zu Marktplatz-Modellen hat es Rocket mit seinem neuen Unternehmen auf eine komplexere Idee abgesehen, die sich nur zu Teilen automatisieren lässt. Es stellt sich auch die Frage, wie viele Projekte die Entwickler aus dem Rocket-Netzwerk stemmen können.

Und Konkurrenz gibt es auf dem deutschen Markt auch bereits: In Berlin ist etwa mit Hackerbay ein Player schon vor mehreren Monaten gestartet, hinter der MVP-Factory steht der ehemalige Head of Mobile von N26, Victor Cazacu, und CodeControl tritt ebenfalls mit einem ähnlichen Ansatz an.

Bild: Getty Images/JONATHAN NACKSTRAND