Offlinegänge 2012

Das vergangene Jahr 2012 war ein überaus bewegtes – gerade für die hiesige Online-Szene: Eine ganze Menge an Finanzierungsrunden wurden vermeldet, und auch einige Exits fanden statt. Unumgänglich zum Geschäft gehört allerdings auch, dass das eine oder andere Projekt aufgegeben werden musste. Hier eine – keinesfalls vollständige – Liste von Vorhaben, die 2012 nicht aufgegangen sind.

Livingo (bis Dezember 2012)

Livingo

Nicht gänzlich überraschend kam die Nachricht, dass der Möbel-Shop Livingo offline gegangen ist. Bereits im Oktober letzten Jahres gab der Gründer der Internetstores AG, René Marius Köhler, im Gespräch mit Gründerszene an, dass sich das Stuttgarter Unternehmen aus Gründen der Refokussierung von mehreren seiner Shops verabschieden wolle. Zwar sprach im Oktober auch einges dafür, dass Livingo mit Interesse verschiedener Strategen und Finanzinvestoren möglicherweise kurz vor Verkauf und Ausgründung stehe, dies hat sich nun allerdings nicht bewahrheitet.

Joinbox (März 2011 bis Dezember 2012)

Es sollte eine Schaltstelle werden, um Nachrichten effizienter zu verwalten – doch die Macher fanden nie genug Zeit für ihre Joinbox (www.joinbox.com). Das Aus für Joinbox habe bereits vor vielen Monaten festgestanden, schrieben die Gründer zum Abschied. Trotzdem schauten sie immer wieder auf das Projekt, behoben gelegentlich Fehler – aber konnten sich nie richtig durchringen, ihr Startup in Vollzeit zu betreiben. Joinbox stellte seine Dienste zum 31. Dezember 2012 ein.

Ada’s Avenue (Januar 2012 bis November 2012)

Zu Jahresbeginn 2012 mit großem Hype gestartet, musste Ada’s Avenue (www.adas-avenue.com) wegen nicht erfüllter wirtschaftlicher Erwartungen und fehlenden Interesses eines Investors nun den Betrieb einstellen, hieß es im November von dem Social-Shopping-Startup – eine Neuauflage der bekannten Tupper-Parties. Wenige Wochen später stellte sich heraus, dass das Jungunternehmen ein Insolvenzfall war. Der Wettbewerber Juvalia & You schaffte den Absprung besser und verkaufte seine deutschen Aktivitäten an den Konkurrenten Pippa & Jean.

A Better Tomorrow (2006 bis Oktober 2012)

Das Düsseldorfer Startup A Better Tomorrow existiert nicht mehr: Ende Oktober wurde die Gesellschaft laut Deutsche Startups aufgelöst, nachdem das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Das T-Shirt-Label bezog die Community in seine Arbeit mit ein, verstummte ihr gegenüber aber Anfang September auf sämtlichen Kanälen.

Connexio (März 2010 bis September 2012)

Auch das Startup Connexio gab auf. Zweieinhalb Jahre nach dem Start stellten die Zürcher ihre Dienste zum 15. September 2012 ein. Connexio synchronisierte Adressbücher über verschiedene Plattformen wie Linkedin und Xing (www.xing.com), aber auch Outlook. Dabei erreichte der Dienst nie die gewünschte Nutzerbasis – vor allem für die kostenpflichtige Variante. Eine weitere Finanzierung blieb aus.

Centerdeals (März 2011 bis August 2012)

Von den großen Wettbewerbern unterscheiden sollte sich der Gutschein-Anbieter CenterDeals (www.centerdeals.de) auf zweierlei Weise: Zum einen wollte man sich ganz und gar auf Berlin konzentrieren. Zum anderen sollte es den Nutzern möglich sein, auch eigene Dealwünsche zu äußern. Nachdem die Webseite einige Zeit lang nicht mehr zu erreichen war, wurde das Projekt im August offiziell aufgegeben.

Teamsunited (Oktober 2009 bis August 2012)

Das Hamburger Startup Teamsunited (www.teamsunited.com) stellte ebenfalls im August seine Dienste ein. Nach knapp drei Jahren mussten sich die Macher eingestehen, dass ihr Konzept nicht aufging. Die Organisationsplattform für Gamer sollte organisch wachsen, bei rund 5.000 Nutzern aber stagnierte die Nutzerzahl. Im Sommer 2011 hatten die Trivago-Gründer noch einen sechsstelligen Betrag in Teams United investiert.

Samwer-Aktivitäten in der Türkei (bis August 2012)

Der Samwer-Inkubator Rocket Internet (www.rocket-internet.de) zog sich im August dieses Jahres komplett aus der Türkei zurück. Grund soll der bei ausgeprägter Rabattkultur hohe Wettbewerb in dem kulturell sehr speziellen Markt gewesen sein – stattdessen konzentriere man sich auf die anderen Märkte. Der Company Builder war am Bosporus mit Ablegern von Wimdu (www.wimdu.com), Pinspire (www.pinspire.de), Westwing (www.westwing.de) und Bamarang (www.bamarang.de) aktiv sowie den türkischen Gründungen Zidaya (www.zidaya.com; Fashion à la Zalando), Eleseri (www.eleseri.com; Unikate-Marktplatz à la Etsy oder DaWanda), Sporena (www.sporena.com; Sportartikel) und Evimister (www.evimister.com; Möbel à la Home24).

Schlecker Online Shop (bis August 2012)

Nachdem zunächst das Aus für die Schlecker-Filialen bekannt wurde, stellte die Drogerie letztendlich auch ihr Online-Angebot ein. Die Schlecker Home Shopping GmbH der insolventen Handelskette beendete den Online-Handel mit Drogerieartikeln zum 12. August, da kein Investor ein tragfähiges Angebot zur Übernahme vorgelegt hatte. Es bleibt die Frage: Ist der Online-Verkauf von Drogerieartikeln in Deutschland zu unattraktiv?

Finderia (Oktober 2010 bis Sommer 2012)

Im Frühjahr 2011 gingen die fünf Lokalisten-Gründer Andreas Degenhart, Jürgen Gerleit, Andreas Hauenstein, Norbert Schauermann und Peter Wehner mit der “Social Recommendation-Plattform” Finderia (www.finderia.de) offiziell an den Start. Dass die Plattform im Sommer 2012 wieder abgeschaltet werden musste, soll an einem beendeten Vertrag mit dem Datenlieferanten Schober gelegen haben, berichtete Deutsche Startups. Ziel von Finderia war es, Empfehlungen für Geschäfte, Handwerker und Restaurants von den eigenen Freunden zu sammeln.

MyMobai (2008 bis Juli 2012)

„Wir waren und die Technologie ist noch heute unseren Mitbewerbern überlegen“, war sich Mymobai-Gründer André Reif sicher, trotzdem musste er für sein Unternehmen die Insolvenz beantragen. Dass es soweit kommen musste, erklärte Reif in einem langen Statement auf Mobilbranche.de und nahm dabei einen ehemaligen Geschäftsführer und die Investoren in die Mitverantwortung.

Bookya (März 2007 bis Juli 2012)

Im Jahr 2007 war Bookya (www.bookya.de) als Online-Marktplatz für studentische Bücher angetreten – im Sommer 2012 wurde das Geschäftsmodell vom Eigentümer LSL-Gruppe endgültig aufgegeben, wie Deutsche Startups berichtete. Die Leipziger Gruppe, die Unternehmen, Bibliotheken und Behörden mit Literatur aller Art (Bücher, eBooks, Zeitschriften) beliefert, hatte Bookya Anfang 2010 übernommen. Über die Plattform konnten Studierende kostenlos Bücher kaufen oder verkaufen und neue Bücher bestellen. Bereits Mitte Juni war Bookya vom Netz gegangen, jetzt steht auch die Domain zum Verkauf.

Caterna (bis Juli 2012)

Das Dresdner Startup Caterna stellte im Juli den Betrieb ein. Das Aus liege in der „wirtschaftlichen Entwicklung“ begründet, hieß es zum Offline-Gang. Denn auch wenn Caterna mit seinen Online-Sehschulungen einen nützlichen und alternativen Therapieweg für Augenleiden angeboten hat, konnte „trotz intensiver Bemühungen […] [k]ein tragfähiges Modell“ entwickelt werden.

Shirts on the Fly (September 2011 bis Juli 2012)

Der vergangene Sommer scheint es in sich gehabt zu haben: Auch der Maßhemdenschneider Shirts On The Fly wurde zum Insolvenzfall. Auf der Unternehmens-Webseite hieß es, man sei “Opfer seines eigenen Erfolgs geworden”. Die Zukunft von Shirts On The Fly sei unsicher, hieß es zunächst, Bestellungen könne man nicht weiter bearbeiten. Kurz zuvor hatte auch der Wettbewerber Youtailor mit seiner (ersten) Insolvenz und einer kontroversen Hintergrundgeschichte auf sich aufmerksam gemacht.

Neckermann (bis Juli 2012)

Der letzte Rettungsplan für den früheren Katalogversender Neckermann sah die Entlassung von knapp 1.400 der 2.400 Mitarbeiter vor, die Schließung des Zentrallagers in Frankfurt und das Einstellen der Textileigenmarken. Letztendlich sind die Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern, Management und US-Geldgeber gescheitert, das Unternehmen ging in die Insolvenz. Mittlerweile befinden sich die Online-Markenrechte und der (indirekte) Zugriff auf die Kundendaten im Besitz des Hamburger Wettbewerbers Otto Group. Relevant ist Neckermann für die Startup-Szene, weil sich das Unternehmen zuletzt als Marktplatz und damit als Plattform für kleinere Anbieter positioniert hatte – und seine Pleite das eine oder andere Jungunternehmen mit in die Insolvenz zog.

Petitebox (Februar 2012 bis Juli 2012)

Die Petitebox (www.petitebox.de), ein Ableger des Birchbox-Klons Glossybox (www.glossybox.de), wurde in seiner einstigen Form eingestellt. Offiziell sprach Petitebox von einer Sommerpause und wollte danach der „steigenden Nachfrage nach einmaligen Präsentboxen“ nachkommen. Anders herum gesagt, war die Nachfrage nach regelmäßigen Lieferungen offenbar nicht groß genug. Als Glossybox Baby lebt das Produkt als einmalige Box noch weiter.

Wer geht hin (2008 bis Juli 2012)

Der Kölner Dienst Wergehthin (www.wergehthin.de) ging 2008 als Empfehlungsplattform für “Sehenswürdigkeiten” und Events online, 2010 kam mit Deals.wergehthin.de dann eine Monetarisierungsform durch Couponing hinzu. Im Sommer 2012 hieß es dann auf der Seite, man könne den Dienst leider nicht weiter anbieten – das Unternehmen ging in die Insolvenz.

Verkaufsuns (Januar 2011, Neustart im Juni 2012)

Mit einem Relaunch bekam Vekaufsuns eine neue Chance: Gut ein Jahr hatte sich das Recommerce-Startup Verkaufsuns am Markt gehalten, dann war eine Zwangspause angesagt: Die Plattform stand mitsamt seiner Domain zum Verkauf – bei Ebay. Der Preis wurde festgesetzt auf 8.000 Euro. Anfang Juni dieses Jahres kam dann die erfreuliche Meldung: Verkaufsuns geht mit neuem Geschäftsmodell wieder online. Das Unternehmen war ursprünglich im Januar 2011 an den Start gegangen und hatte es von Beginn an mit Wettbewerbern wie ReBuy (www.rebuy.de) und Flip4New (www.flip4new.de) aufzunehmen.

SevenSnap (ab September 2009, Pause seit Februar 2012)

„Bald geht’s weiter.“ So heißt es auf der Seite des webbasierten Schnäppchendienstes SevenSnap (www.sevensnap.com), der lediglich ein einzelnes Angebot präsentiert. Aktiv ist das Unternehmen allerdings nicht mehr im Netz vertreten. Gründer Tobias Hieb hatte zuletzt im April dieses Jahres gegenüber Deutsche Startups von einer Auszeit gesprochen, nachdem es um SevenSnap bereits seit einer Weile still geworden war. Die Social-Media-Kanäle des Projektes waren schon seit Ende Januar verstummt. Das Modell unterschied sich stark von dem anderer Portale: Für den Aufenthalt im virtuellen „Schnäppchenraum“ mussten die Nutzer pro Minute zahlen. Anfang November verkaufte sich das Unternehmen schließlich für 20.000 Euro über Ebay.

Picopay (August 2010 bis Juni 2012)

Im Sommer 2010 hatten sich Ulf Bögeholz und Andreas Stehling daran gesetzt, eine Innovation für die Bezahlung kleinpreisiger digitaler Inhalte zu schaffen. Unternehmer-Investoren wie Thomas Promny konnten für das Startupprojekt Picopay gewonnen werden. Das Jungunternehmen habe es „nicht geschafft, die großen Kunden an Land zu ziehen, sich mit der Idee bei Verlagen durchzusetzen“, hieß es von den Gründern. Bögeholz ist mittlerweile CTO bei Taxi.de (www.taxi.de), Stehling selbst wollte seine neuen Projekte noch nicht verraten.

Bamarang (Januar 2012 bis Juni 2012)

Der Kampf der Design-Shoppingclubs ist in Deutschland längst zu einem kraftvollen Schlagabtausch avanciert, doch nun scheint es bereits ein erstes und erwartetes Opfer zu geben: Wie Gründerszene exklusiv berichtete, wurde der unter großen Kontroversen gestartete Samwer-Shoppingclub Bamarang zugunsten der hausinternen Konkurrenz Westwing (www.westwing.de) eingestellt.

Styles Club (Juni 2011 bis Juni 2012)

Genau ein Jahr nach Gründung war das E-Commerce-Startup Styles Club schon wieder Geschichte, seit Juni 2012 ist die Seite offline. Über eine Facebook-App und den Open Graph wollte Styles Club seinen Nutzern nach Social-Commerce-Manier Kaufempfehlungen unterbreiten. „Wir haben es jedoch nicht geschafft ausreichend Kunden an unsere Plattform zu binden„, ließ sich Gründer Malte Schulze zitieren. Zuletzt beschäftigte Styles Club zehn Mitarbeiter und erhielt Unterstützung vom Berliner Inkubator Springstar (www.springstar.com).

Youmusic24 (September 2009 bis Juni 2012)

„Wegen technischer Probleme gerade nicht erreichbar. Wir arbeiten an einer Lösung“ – mit diesem Hinweis werden die Nutzer der Seite Youmusic24 derzeit begrüßt. Der Grund für die Einstellung des Geschäftsbetriebs wurde im Juni 2012 bekannt: Der bisherige Gesellschafter Media Ventures (mediaventures.de) ist bei dem Münchner Unternehmen ausgestiegen. Gut ein Jahr zuvor war Media Ventures bei Youmusic24 eingestiegen und hatte seine Beteiligung mp3.de mit eingebracht. Seit der Einstellung von Youmusic24 wird mp3.de wieder als eigene Marke geführt.

Froodies (März 2009 bis Mai 2012)

Gerade erst waren mit Allyouneed und MyTime neue Online-Supermärkte gestartet, hatte der Wettbewerber Froodies (www.froodies.de) aufgeben müssen: Am 16. Mai wurde laut Bekanntmachung des Amtsgerichts Düsseldorf das Insolvenzeröffnungsverfahren über das von Ingo Bohg und Gründer Lutz Preußners geführte Startup in die Wege geleitet. Seitdem liegt das Geschäft brach, die Webseite wurde bereits offline geschaltet. Angeblich konnte die geplante zweite Finanzierungsrunde aufgrund „zusätzlichen Abstimmungsbedarfs“ der Investoren nicht abgeschlossen werden.

Aka-aki (April 2008 bis Mai 2012)

Das Gründerteam von Aka-aki schickte die App nach vier Jahren Arbeit in Rente, seit dem 1. Juli 2012 ist die Plattform offline. Das Berliner Gründerteam bestehend aus Gabriel YoranRoman HänslerStefanie HoffmannBastian PfisterFlorian HadlerLukas Hartmann, Felix Kanz und Anja Kielmann versuchte seit 2008 Fremde zu Feunden zu machen, scheiterte aber nach hartem Kampf an der kritischen Nutzermasse. Die Idee der UDK-Studenten war gut, aber der Markt noch nicht bereit.

MyOn-ID (2007 bis April 2012)

Die MyOn-ID Media GmbH stellte im April das Produkt ein, das ihr einst den Namen gab: das Monitoring-Tool MyON-ID (www.myonid.de). 2007 starteten Mario Grobholz und Kollegen den Dienst, zur „Überwachung […] der eigenen Personenmarke„. Doch die Nutzer interessierte viel mehr die Überwachung des Internets im Allgemeinen. Nun konzentrieren sich die Münchner auf das 2011 gestartete Secure.me – eine Art „Antivirenschutz“ für das Facebook-Profil.

United Commerce (März 2010 bis Februar 2012)

Im Februar dieses Jahres ging UnitedCommerce (www.unitedcommerce.de) endgültig offline. Das Startup um die Onlineshops Chefgourmet.de, 12vinos und Geschenkpaket.de hatte bereits Ende Januar einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hamburg gestellt. In der Vergangenheit hatten die Shops vor allem mit unzufriedenen Kunden aufgrund von Lieferengpässen zu kämpfen. Brachen die Deal-Aktionen mit Groupon und DailyDeal UnitedCommerce das Genick?

Wein der Woche (April 2011 bis Februar 2012)

Wein der Woche, Wein-StartupEs ist kein gutes Zeichen, wenn die Webseite eines Startups nur noch ein „Oops“ vermeldet und die sozialen Kanäle schon seit einigen Monaten ausgetrocket sind: Das von Alexis Hue gegründete Wein der Woche (www.weinderwoche.com) gibt es nicht mehr. Bereits Mitte Februar wurde die Wein der Woche GmbH sang- und klanglos aufgelöst. Gleichzeitig hatte Project A Ventures (www.project-a.com), der mit Otto-Kapital ausgestattete neue Inkubator von Christian Weiss & Co., mit Wine in Black (www.wine-in-black.de) einen ebenfalls auf den Online-Weinhandel ausgerichteten Versender unter seine Fittiche geholt. Das Modell per se scheint also durchaus Charme zu haben.

Stockdoo (April 2011 bis Februar 2012)

Nie das Licht der Welt erblickt hat das Aktienforum Stockdoo. „Bald geht’s los“ stand lange Zeit auf der Startseite von Stockdoo geschrieben. Doch dazu kam es nicht. Noch vor dem eigentlichen Marktstart wurde das Unternehmen aufgelöst, wie Deutsche Startups berichtete. Trader und Investoren sollten sich über Stockdoo austauschen. 400.000 Euro hatte die Zürcher Innovo Finance Group bis dahin in Stockdoo gesteckt, zu der geplanten Millionenfinanzierung kam es nicht mehr.

The Chicken (November 2010 bis Januar 2012)

Auch die Produktplattform TheChicken musste Zahlungsunfähigkeit anmelden, wie ein entsprechender Eintrag im Handelsregister verriet. Das Unternehmen war aus Shopotainment hervorgegangen und wollte Produkte mit Produkterlebnissen verbinden. The Chicken war dabei der Schüttelreim des Wortes Checkin – Menschen konnten ähnlich wie bei Geodiensten Badges sammeln. Langfristig hatte The Chicken auch Marktforschung betreiben sollen. Das Jungunternehmen ist offline seit Januar 2012.

Megaupload (2005 bis Januar 2012)

Ebenfalls seit Januar 2012 ist der von dem Deutsch-Finnen Kim Schmitz (aka Kim Dotcom) verantwortete Filehoster Megaupload Geschichte. Im Auftrag der US-Behörden wurde Schmitz zusammen mit drei Kollegen verhaftet. Bei seinem Modell, Inhalte anzubieten und Künstler trotzdem zu entlohnen, „vergaß er offenbar, in die Verwertungskette auch die Unterhaltungsindustrie mit einzubeziehen„. Zwischenzeitlich hat Schmitz ein neues Projekt namens „Mega“ angekündigt.

Miosato (Dezember 2010 bis Januar 2012)

Nur etwas älter als ein Jahr wurde der Online-Shop Miosato – Anfang des Jahres ging er wieder offline. „Die Gläubiger der Gesellschaft werden aufgefordert, sich bei ihr zu melden“ – mit diesem Handelsregistereintrag nahm die nur kurze Geschichte von Miosato ihr Ende. Ende 2010 war der Online-Shop mit Luxusartikeln aufstrebender Designer an den Start gegangen. Doch auch mit der Unterstützung von Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) ging das Konzept nicht auf. Zuletzt beschäftigte Misosato rund 20 Mitarbeiter. Die Domain Miosato.com leitet mittlerweile zu dem Müncher Online-Shop Stylebop.

Bildmaterial: Dieter Schütz / pixelio.de